4021028

Regeneration und mögliche Determinanten im Leistungssport

Hohe Trainingsintensitäten und -umfänge, vor allem während des wettkampfvorbereitenden Trainings sowie Wettkämpfe selbst führen dazu, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen von Sportlern im Spitzensport deutlich zugenommen haben. Als wesentliche Ursachen werden neben der Zunahme der Wettkampfhäufigkeit nicht ausreichende Regenerationszeiten bzw. eine mangelnde Belastungsverträglichkeit von Athleten angesehen. Die Steuerung des Regenerationsprozesses erfolgt im Wesentlichen auf Basis der subjektiven Einschätzung des Sportlers und des Trainers bzw. deren eigenen Erfahrungen. Es ist jedoch wünschenswert den Regenerationsprozess anhand von objektiven Indikatoren qualitativ und quantitativ beurteilen und damit optimieren zu können. In der Praxis eingesetzte und einfach zu messende mögliche Indikatoren für den Regenerationszustand sind die Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilitat Kreatinkinase, Harnstoff oder subjektive Erholungs- bzw. Befindlichkeitsskalen. Bei der Beurteilung dieser Parameter ist zu beachten, dass diese in der Regel individuell verschiedene Reaktionen auf das Training zeigen können bei deutlich unterschiedlich ausgeprägter normaler biologischer Variation von Tag-zu-Tag, so dass fixe Grenzwerte für nicht ausreichende Regeneration, die häufig für alle Sportler als gültig angenommen werden, letztendlich nicht geeignet sind und zu entsprechenden Fehlinterpretationen führen können. Bezogen auf die Beanspruchung einzelner Funktionssysteme sind zudem unterschiedliche Zeitgänge zu beachten. So ist z. B. der entleerte Kreatinphosphatspeicher der Muskulatur schon wenige Minuten nach Belastung im Wesentlichen wieder aufgefüllt die Füllung der entleerten Glykogenspeicher dauert hingegen 1-3 Tage. Störungen des Hormonhaushaltes und der vegetativen Funktionen können nach Wettkämpfen, wie z. B. nach einem Marathonlauf, auch Wochen andauern. Eine Nichtbeachtung der unterschiedlichen Zeitverläufe im Erholungsprozess führt dann möglicherweise zu einer fehlenden Anpassung und Leistungsstagnation, im schlimmeren Fall zu einem Überlastungs-oder Übertrainingssyndrom verbunden mit Leistungsverlust Bezüglich des Trainings sollte bei Auftreten entsprechender Symptome eine erhebliche Reduzierung einzelner Trainingsinhalte in Betracht gezogen werden, bzgl. der sogenannten Belastungsverträglichkeit sollte klar sein, dass diese immer im Kontext von Anpassung und Verschleiß gesehen werden muss und nicht ohne Weiteres einfach trainierbar ist. In der Praxis führt ein "Training der Belastungsverträglichkeit" häufig zu einem gegenteiligen Ergebnis, nämlich zu einem schleichend weiter fortschreitendem und längerfristigen Leistungsverlust! Wie es scheint ist die maßgebliche Ursache für die indifferenten und heterogenen Symptome eines Übertrainings ein individuell nicht angepasstes Training bzw. eine unzureichende Gesamtbelastungssituation für den Athleten.
© Copyright 2010 Rudersymposium 2010. Abstracts. Veröffentlicht von Technische Universität. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:Rudersymposium 2010. Abstracts
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Dortmund Technische Universität 2010
Online-Zugang:http://www.hs.tu-dortmund.de/rudersymposium/abstracts/pdf-dateien/1-3-schulz-regeneration-und-moegliche-determinanten.pdf/view?searchterm=schulz
Seiten:11
Dokumentenarten:Kongressband, Tagungsbericht
Level:hoch