Laktatorientiertes Training, Möglichkeiten und Grenzen im Rahmen der Leistungssteuerung. Abstract.
Im Rahmen der Leistungsdiagnostik sowie der Trainingssteuerung erfolgen Beurteilungen und Interpretationen der physischen Leistungsfähigkeit in Ausdauer- und Kraftausdauersportarten sowie im Rahmen der jeweiligen Belastungsempfehlungen bzw. Trainingssteuerung häufig über die Angaben bzw. Vorgaben der Laktatkonzentration im Glut. Als weitere Parameter zur Belastungseinschätzung bzw. zur -Steuerung kommen (z. T. individuelle) Angaben zur Herzfrequenz, Vorgaben zur Ruderschlagfrequenz, zur Fahrgeschwindigkeit im Boot und, besonders beim Ergometertraining, Vorgaben zur Leistung zur Anwendung. Damit ist die Absicht verbunden, eine möglichst individuelle und optimale Vorgabe für ein Training bzw. entsprechende Intensitätsbereiche im Rudertraining zu geben.
Anhand der Darstellung der physiologischen Hintergründe leistungsdiagnostischer und ruderspezifischer Belastungen soll gezeigt werden, dass eine überwiegende bzw. ausschließliche Orientierung trainingsmethodischer Inhalte an den fixen Vorgaben bestimmter Blutlaktatkonzentrationen z. T. zweifelhaft ist bzw. in Einzelfallen sogar zu falschen Aussagen im Rahmen von Belastungsvorgaben führen kann.
Auch im Rahmen der Leistungsdiagnostik ist es unzureichend, bei einer gegebenen Leistung eine ausschließlich an der Nachbelastungslaktatkonzentration orientierte Beurteilung der ruderspezifischen Leistungsfähigkeit zu diagnostizieren. Die bedingt durch die individuelle Muskelzusammensetzung bzw. -Physiologie sozusagen "dahinterliegenden" Gründe bleiben weitgehend unberücksichtigt. Ohne Beachtung dieser Hintergründe und Zusammenhänge sind die mittels fixer Laktatkonzentrationen diagnostizierten Empfehlungen wahrscheinlich umso weniger korrekt je besser bzw. je hoher das jeweilige Niveau der Leistung einzelner Athleten anzunehmen bzw. zu erwarten ist.
In dem Zusammenhang wird auch darauf eingegangen, warum eine ausschließlich am Laktat orientierte Trainingssteuerung, und hier besonders bei Hochleistungsathleten, zu teilweise fatalen Folgen hinsichtlich der individuellen muskulären Adaptation bzw. der Belastungsverträglichkeit führen kann. Bei Nachwuchsruderern ist das Problem ähnlich gelagert jedoch mit weniger drastischen und weniger nachhaltigen Konsequenzen.
© Copyright 2010 Rudersymposium 2010. Abstracts. Veröffentlicht von Technische Universität. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | Rudersymposium 2010. Abstracts |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Dortmund
Technische Universität
2010
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| Online-Zugang: | http://www.hs.tu-dortmund.de/rudersymposium/abstracts/pdf-dateien/2-3-hartmann-laktatorientiertes-training-moeglichkeiten-und-grenzen-im-rahmen-der-leistungssteuerung.pdf/view?searchterm=hartmann |
| Seiten: | 23 |
| Dokumentenarten: | Kongressband, Tagungsbericht |
| Level: | hoch |