Geschwindigkeitsorientiertes Training im Rudern. Abstract
Die Wirksamkeit von Training wird maßgeblich von der Dauer und der Intensität des absolvierten Programms determiniert. Während die Ermittlung der Trainingsdauer problemlos möglich ist, ergeben sich bei der Trainingsintensität des Wassertrainings zumeist größere Probleme:
So beeinflussen z. B. Strömung, Wind und Wassertemperatur die Geschwindigkeit des Bootes maßgeblich, so dass man die Trainingsintensität nicht direkt aus der Bootsgeschwindigkeit ableiten kann.
Selbst wenn ein Großboot (z. B. 8+) eine vorgegebene Geschwindigkeit fährt bedeutet es noch lange nicht, dass alle Mannschaftsmitglieder mit der gleichen Intensität trainieren.
Die Trainingssteuerung bedient sich deshalb zusätzlicher Parameter, die die individuelle Reaktion auf die Belastung anzeigen sollen. Hierbei gehören HF- und Laktatanalysen zu den wissenschaftlichen Standardmethoden.
Im Rahmen einer längsschnittlichen Studie wurden IG Hochleistungsruderer (zu Beginn der Studie: Alter 23,8 ± 2,4 Jahre, Größe 191 ± 6,0 cm, Gewicht 92,0 ± 3.2 kg) über einen Zeitraum von 24 Monaten untersucht. Alle Athleten haben im Gesamtzeitraum mindestens 1 Goldmedaille bei den Ruderweltmeisterschaften gewonnen. Im Untersuchungszeitraum fanden 13 submaximale Drei-Stufentests (Stufendauer: 8 min. Pause: 30 sec) und 4 Wettkampftests (Strecke: 2.000 m, Dauer: ca. 6 min) auf dem Ruderergometer (Concept II-C) statt. Neben den o.g. anthropometrischen Parametern wurden erhoben: durchschnittliche Leistung, durchschnittliche Schlagfrequenz, Herzfrequenz und das Nachbelastungslaktat. Mittels Interpolation wurde die Leistung bei einem Nachbelastungslaktat von 4 mmol/l (P4) berechnet.
Das Grundlagentraining mittels Concept II Ruderergometer wurde bzgl. der Dauer und der durchschnittlichen Intensität (Ergometeranzeige: Leistung bzw. virtuelle Geschwindigkeit) dokumentiert.
Bas Wassertraining wurde differenziert nach den gefahrenen Bootsklassen (überwiegend 2- und 8+) bzgl. der Dauer, der Geschwindigkeit und der individuellen kardiopulmonalen und metabolischen Beanspruchung dokumentiert. Diese wurde stichpunktartig gemessen mittels HF-Analysen (Fa. Suunto) und Bestimmung des Nachbelastungslaktats.
Die vorliegende Studie zeigt u. a., dass die Ermittlung der Trainingsintensität beim extensiven Ausdauertraining mittels Laktatanalysen nicht möglich ist. Darüber hinaus wird gezeigt dass gleiche Intensitäten innerhalb einer Rudermannschaft durchaus zu sehr unterschiedlichen Laktatwerten führen können und müssen. Es wird ein praktikables Modell zur Intensitätssteuerung mittels HF- und Laktatanalysen entwickelt und vorgestellt.
© Copyright 2010 Rudersymposium 2010. Abstracts. Veröffentlicht von Technische Universität. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | Rudersymposium 2010. Abstracts |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Dortmund
Technische Universität
2010
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| Online-Zugang: | http://www.hs.tu-dortmund.de/rudersymposium/abstracts/pdf-dateien/2-2-grabow-geschwindigkeitsorientiertes-im-rudern-mittels-hf-laktatanalysen.pdf/view?searchterm=grabow |
| Seiten: | 22 |
| Dokumentenarten: | Kongressband, Tagungsbericht |
| Level: | hoch |