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Einsatz bewegungsbegleitender Elektromyostimulation als Trainingsmittel. Abstract

Obwohl die Elektromyostimulation (EMS) als leistungssteigerndes Trainingsmittel im Sport bereits Gegenstand zahlreicher Untersuchungen war, liegen kaum Studien zum sportartspezifisch-dynamischen Einsatz der EMS vor (Dudley & Stevenson, 2005). Ziel der Studie war daher die Überprüfung der hypothetisch angenommenen höheren Wirksamkeit einer Trainingsintervention mit hewegungsbegleitender EMS gegenüber einer herkömmlichen Trainingsintervention. 30 männliche, rudererfahrene Probanden wurden anhand des Augenkriteriums 500-m-Ergometerzeit in EMS- (n = 15; t500 = 95.0 ±7.3 s) und alternative Treatmentgruppe (n = 15; t500 = 95,6 * 7,5 s) aufgeteilt. Im Zeitraum von 8 Wochen absolvierten beide Gruppen 12 Trainingseinheiten nach Dauer gefolgt von weiteren 12 nach Intervallmethode auf einem Concept II Ruderergometer. Die mm. triceps surae. quadriceps femoris und biceps brachii der EMS-Probanden wurden zusatzlich mittels biphasischen Rechteckimpulsen (50 Hz. 400 qs Impulsbreite) mit maximal tolerierter Intensität gezielt in den jeweiligen Kontraktionsphasen stimuliert. Eine Varianzanalyse mit Messwiederholung weist die Verbesserung der 500-m-Zeiten für die Gesamtgruppe als hochsignifikant aus, die EMS-Gruppe kann sich mit 3,4 s um über eine Sekunde weniger verbessern als die alternative Treatmentgruppe mit 4,6 s. Ein Gruppeneffekt kann jedoch nicht statistisch abgesichert werden (p = 0.34, F = 0.96, q² = 0,04). Auch für weitere kinematische sowie dynamische und elektromyographische Parameter ist ein Gruppeneffekt nicht eindeutig nachweisbar. Eine getrennt für beide Gruppen durchgeführte Regressionsanalyse mit der Zeitdifferenz über 500m als abhangige Variable zeigt bei den Einflussparametern für die realisierte Zeitveränderung jedoch klare Unterschiede zwischen den Gruppen auf. Die eingesetzte bewegungsbegleitende EMS zeigt gruppenstatistisch eindeutig keine Vorteile, ein Abgleich der individuellen Leistungsveränderung mit dem abgefragtem subjektivem Belastungsempfinden nach den Trainingseinheiten zeigt jedoch spezifisch in der EMS-Gruppe - trotz vergleichbarer Trainingsparameter - einen höheren Leistungszuwachs bei Probanden, die ein höheres subjektives Belastungsempfinden angaben. Dies Iässt auf eine näher zu untersuchende Responderproblematik bei der EWS-Anwendung schließen.
© Copyright 2010 Rudersymposium 2010. Abstracts. Veröffentlicht von Technische Universität. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:Rudersymposium 2010. Abstracts
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Dortmund Technische Universität 2010
Online-Zugang:http://www.hs.tu-dortmund.de/rudersymposium/abstracts/pdf-dateien/3-9-fehr-hohmann-einsatz-bewegungsbegleitender-elektrostimulation-als-trainingsmittel-in-kraftausdauerpsortarten.pdf/view?searchterm=fehr
Seiten:46
Dokumentenarten:Kongressband, Tagungsbericht
Level:hoch