Zur zeitlichen und dynamischen Bewegungs-Synchronisation in ungesteuerten Riemen-Booten unter Trainings- und Wettkampfbedingungen im Rudersport

Für die Synchronisation von Gruppenleistungen sind grundsätzlich zwei Modelle der Interaktion zwischen den Mitgliedern denkbar (vgl.a. Troitzsch 1996): Bei direkter Interaktion richten sich die einzelnen Sportler nach den Vorgaben eines Mitglieds auf einer Führungsposition. Im Ruderboot soll nach landläufiger Lehrmeinung diese Aufgabe der Schlagmann erfüllen, dessen individuelle Bewegungskoordination auf den übrigen Positionen im Boot mit dem lokalen Kriterium einer möglichst zu minimierenden Differenz auf einer Mikro-Ebene reproduziert werden. Bei indirekter Interaktion orientieren sich alle Mitglieder auf einer höheren (Meso bzw. Makro- ?) Ebene an den Anforderungen ihrer spezifischen Funktionsräumen, um das globale, kollektive Kriterium der optimalen Mannschaftsleistung zu erfüllen. Im Ruderboot könnte dies der optimale Lauf des Bootes sein, der aufgrund einer asymmetrischen Anordnung der Ruderplätze im Zweier o.Stm. nur durch eine positionsspezifische Gestaltung der individuellen Koordinationsleistung realisiert werden kann. Aus der (Re-)Konstruktion der Subjektiven Theorien von Ruderern ließen sich für die unterschiedlichen Positionen im Ruderboot (Bug vs. Schlag) jeweils verschiedene Kontroll-Parameter (akustisch vs. visuell) ableiten, die die kooperativen Koordinationsleistungen der Mitglieder spezifizieren können (vgl. Lippens 1992, 46f u.112f; 1995).
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 1999
Online-Zugang:http://cosmic.rrz.uni-hamburg.de/webcat/sportwiss/lippens/lip00004/syncro1.htm
Dokumentenarten:elektronische Publikation
Level:hoch