Einflussfaktoren auf die individuelle Risikobereitschaft im Skateboarding
Das Eingehen von Risiken stellt im Skateboarding einen zentralen Faktor der Praxis dar (Kilberth, 2021). Folglich müssen Skater:innen lernen, Risiken zu bewältigen. Im Sinne der Praxis wird Risiko dabei als das Verhältnis zwischen den eigenen Fähigkeiten der Akteur:innen und der Schwierigkeit der gewählten Aufgabe gesehen (Stern, 2010). Die Besonderheit in Bewegungskulturen, wie dem Skateboarding, ist die aktive Suche nach Risiken und nicht deren Vermeidung. Dieses Verhalten wird als Grenzgang bezeichnet, bei dem die Akteur:innen ihre eigenen Grenzen ausloren, um diese Schritt für Schritt zu verschieben (Schwier & Kilberth, 2018).
Innerhalb dieser Verhaltensweisen führt die Risikosuche der Skateboarder:innen zu einer Risikospirale, die dazu führt, dass Skater:innen immer mehr Risiken eingehen, indem sie zum Beispiel immer höhere Treppenstufen hinunterspringen (Schäfer, 2020). Für den objektiven Betrachter ist die enorme Risikobereitschaft nicht direkt nachvollziehbar. So stellt sich objektiven Beobachter:innen die Frage, warum Skateboarder:innen beim Ausführen ihrer Sportart bereit sich, ein so großes Risiko einzugehen und dabei mögliche Verletzungen in Kauf zu nehmen. Doch auch für erfahrene Skateboarder:innen ist eine hohe Risikobereitschaft, wie sie z.B. Nyjah Huston beim Skaten von großen Treppengeländern eingeht, bewundernswert. Dieser Text versucht daher zu erklären, welche mentalen Faktoren die Skater:innen in ihre Risikobereitschaft beeinflussen und welche Strategien sie anwenden, um Skateboard-Tricks auszuführen, bei denen sie sich schwerwiegende Verletzungen zuziehen können.
Wichtig ist dabei der spezifische Umgang mit Risiko, welcher innerhalb der Skateboard-Szene zur Entstehung von sogenannten Expert:innenkulturen führt (Stern, 2010). Die Akteur:innen der Expert:innenkultur haben sich über Jahre hinweg spezifisches Fachwissen über Skateboarding angeeignet (Peters, 2016). Innerhalb dieser Gruppe gibt es soziale Hierarchien, die durch die Fähigkeit mit Risiko umzugehen und dem spezifischen Fachwissen der Akteur:innen gebildet werden (Stern, 2010). Die erhobenen Faten beziehen sich daher immer auf diese Definition des Risikos innerhalb der Expert:innenkultur.
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| Notationen: | technische Sportarten Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Tagging: | Risikobereitschaft Selbstwirksamkeit |
| Veröffentlicht in: | Skate and Research: Skateboarding als bewegungskulturelle Praxis und interdisziplinäres Forschungsfeld |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Bielefeld
transcript Verlag
2025
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| Seiten: | 239-248 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |