Entwicklung eines Wettkampfanalysesystems im Skateboarding

Skateboarding hat sich seit seiner Entstehung in den 1950er Jahren zu einer Sportart entwickelt, die sich durch verschiedene Disziplinen und ein vielfältiges Bewegungs-repertoire auszeichnet. In der olympischen Disziplin Park führen die Skaterinnen und Skater ihre komplexen Sporttechniken (Tricks) in einem kurvenartigen Parcours aus, der aus Halfpipes, Pools und Rampen besteht. In der Disziplin Street werden kom-plizierte Trickkombinationen an Hindernissen (Obstacles) ausgeführt, die Elementen aus dem Straßenbild nachempfunden sind (z. B. Treppen oder Geländer). Allgemein sieht das olympische Wettkampfformat für die Disziplin Park vor, dass in den Runden (Qualifier, Semifinal, Final) jeweils drei Runs (Durchgänge) von 45 Sekunden Dauer gefahren werden, in denen die Tricks in einer frei gestaltbaren Line (Aneinanderrei-hung der Tricks) präsentiert werden. In der Disziplin Street haben die Athletinnen und Athleten in den jeweiligen Runden zwei Runs mit einer Dauer von 45 Sekunden Zeit, ihre Line zu fahren. Daran schließen sich fünf Durchgänge an, bei denen jeweils nur ein Trick präsentiert wird (World Skate, 2022). Im Skateboarding wird das Wett-kampfergebnis durch eine subjektive Bewertung der sportlichen Leistung bestimmt. Wesentliche Maßstäbe der Bewertung sind die routinierte, virtuose Ausführung der Tricks, die Vielfalt der Tricks, die Schwierigkeit der Tricks und ob diese in einer har-monischen Line stabil dargeboten werden. Darüber hinaus spielen bei den Bewer-tungskriterien Individualität und Kreativität eine besondere Rolle (Noth, 2020). Die Bewertung durch die Kampfrichter wird anhand einer Gesamtnote (Overall Impres-sion: 0-100 Punkte) zusammengefasst (World Skate, 2022). Für die neue olympische Sportart Skateboarding fehlen systematische Wettkampfanalysen, insbesondere zu technischen und taktischen Aspekten (Diewald, Neville, Cronin, Read, & Cross, 2024). Solche Analysen sind jedoch essenziell, um Rückschlüsse für das Training zu ziehen und tiefere Erkenntnisse über die Struktur der Wettkampfleistung zu gewin-nen (Schnabel, Harre, & Krug, 2016). Ausgewählte Merkmale der komplexen Wett-kampfleistung wurden auf Basis eines Expertengremiums, einer systematischen Be-fragung von Trainer:innen sowie einer intensiven Literaturrecherche bereits im Vor-feld erarbeitet und in einem Wettkampfanalysekonzept dargelegt (Noth, Schönburg, Grätz, Schairer, & Horrwarth, 2023). Das Ziel des Beitrages ist es, eine systemati-sche Analysemethodik für Skateboarding-Wettkämpfe zu beschreiben.
© Copyright 2024 15. Symposium der dvs-Sektion "Sportinformatik und Sporttechnologie": Zwischen Geistesakrobatik und praktischer Anwendung: Innovationen in der Sportinformatik und Sporttechnologie. Veröffentlicht von Technische Universität Dortmund. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:technische Sportarten Naturwissenschaften und Technik
Veröffentlicht in:15. Symposium der dvs-Sektion "Sportinformatik und Sporttechnologie": Zwischen Geistesakrobatik und praktischer Anwendung: Innovationen in der Sportinformatik und Sporttechnologie
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Dortmund Technische Universität Dortmund 2024
Online-Zugang:https://eldorado.tu-dortmund.de/items/9f6c6010-d273-4ddd-9150-c18a2e9ace15/full
Seiten:62-66
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch