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Trainingssteuerung bei Kadersportlern des DRB e. V. "Untersuchungen zur Optimierung der Belastungsgestaltung im Training und Wettkampf"

Mit dem Ziel, den Einfluß von fünf intensiven wettkampfähnlichen Testbelastungen an einem Tag auf sportmethodische Leistungskomponenten und biologische Meßgrößen zu kennzeichnen, wurden 15 hochtrainierte Nationalmannschaftskader im Freien Ringkampf untersucht. Als Untersuchungsmethoden dienten sportmethodische Testverfahren (u.a. computergestützte Bewegungssimulatoren) zur Darstellung ringkampfspezifischer Belastungssituationen und leistungsphysiologische Parameterbestimmungen zur Beurteilung von Erholungsprozessen nach den Testbelastungen aus energetisch konditioneller Sicht. Entsprechend dem IAT-typischen Arbeits- und Wissenschaftsprofil wurden für die Durchset-zung der interdisziplinären Projektbearbeitung die Möglichkeiten des wissenschaftlichen Verbundsystems genutzt. In die Untersuchungen wurden sportartspezifische Meßplätze des IAT, die Fachgruppen Sportmedizin und Forschungstechnologie (Biomechanik), die Abteilung Information und Dokukmentation Sport (IDS), der Olympiastützpunkt Rhein-Neckar und die Universität Heidelberg einbezogen. Anhand von 300 sportmethodischen und biomechanischen sowie 1200 leistungsphysiologischen Einzelwertbestimmungen wurden folgende Ergebnisse erzielt: - die Kraft- und Ausdauerfähigkeiten der Ringer lagen im individuellen Normbereich, lediglich bei den Schnellkraftfähigkeiten konnten deutliche Defizite nachgewiesen werden; - niedrige Vorstartlactatwerte mit der Tendenz zur Abnahme im Tagesverlauf weisen auf eine insgesamt ungenügende Erwärmung vor allen fünf Tests hin; - eine hohe muskuläre Beanspruchung im Testverlauf zeigt sich in der Creatinkinase-aktivität, die sich am Ende des Testtages verdreifachte und 14 Stunden nach Ende der Be-lastungen weiter anstieg; - besonders um die Mittagszeit traten bei einigen Sportlern hypoglycämische Zustände auf, die auf eine unzureichende Nahrungsaufnahme in den Testpausen hindeuten; - der Anstieg der Alaninkonzentration am Testtag ist ein Hinweis auf die Mobilisation von Aminosäuren, jedoch zeigten die Erholungswerte des Harnstoffs und der Harnsäure, daß die Gesamtproteinbilanz nicht beeinträchtigt war und es zu keinen energetischen Eng-paßsituationen gekommen ist; - der Anstieg der Adrenalin- und Dopaminkonzentrationen um das Dreifache und der Noradrenalinkonzentration um das Fünffache kennzeichnen die belastungsbedingte Streßsituation im Testverlauf. Als eine wesentliche Schlußfolgerung wird aus den Untersuchungen abgeleitet, daß hochtrainierte Ringer fünf Kämpfe an einem Tag ohne gravierende ermüdungsbedingte Leistungseinbußen absolvieren könnten. Die individuelle Betrachtung der Blutglucosekonzentration im Tagesverlauf weist auf die Notwendigkeit eines adäquaten Ernährungsverhaltens und einer zusätzlichen Zufuhr von Kohlenhydraten zwischen den einzelnen Kämpfen hin. Für die Sportpraxis kann die Empfehlung abgeleitet werden, die Trainingsgestaltung den erhöhten Belastungsanforderungen zielgerichtet und abhängig vom jeweiligen Leistungsvermögen des Sportlers anzupassen.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:training science combat sports
Language:German
Published: 1997
Edition:1997.- 63 S. : 25 Tab., 130 Lit., Leipzig, Institut für Angewandte Trainingswissenschaft, Forschungsbericht, 1997
Document types:research paper
Level:advanced intermediate