Zur historischen Entwicklung der Seitigkeit in leichtathletischen Bewegungsformen
Fragen der Seitigkeit spielen in vielen Lebensbereichen eine nicht unbedeutende Rolle, sei es beim Schreiben oder beim Umgang mit dem Computer, beim Handball- oder Fußballspiel oder auch in der Leichtathletik. In unserer Gesellschaft ist nahezu alles darauf abgestellt, dass es für Rechtshänder optimal funktioniert, auch wenn nicht alle Menschen die rechte Hand oder den rechten Fuß für ihre Bewegungsausführung bevorzugen. Im vorliegenden Band wird aus einer primär historischen Perspektive untersucht, wie sich die funktionelle Seitigkeit in der Entwicklung von leichtathletischen Bewegungsgrundformen wie Laufen, Springen, Werfen und Stoßen bis hin in die Gegenwart auswirken. Interessant sind dabei insbesondere die Erkenntnisse, die über die traditionelle (sport)wissenschaftliche Diskussion zu Häufigkeitsverteilungen von Seitigkeitstypen hinausgehen und sich Themen wie dem kontralateralen Transfer und Methoden zu dessen Effektivitätsmessung zum Beispiel anhand von Ergebnissen in Training und Wettkampf widmen. Diesem Themenkatalog folgend ist die Arbeit strukturiert. Der Leser findet eine Vielfalt von Informationen zum Seitigkeitsphänomen sowohl aus historisch-gesellschaftlicher (Krieger wurden zum Beispiel zur Beidhändigkeit beim Werfen erzogen), bewegungs- bzw. sportwissenschaftlicher (das Steinstoßen links und rechts ist Bestandteil des Sportabzeichens) sowie leichtathletikspezifischer (das Thema der beidseitigen Sprungkraft gehört zu den in diesem Bereich am längsten und intensivsten diskutierten) Sicht. Positionen von Frank und GutsMuths finden sich ebenso wieder wie von Vieth und Jahn. Im Kapitel mit den für die Leichtathletik spezifischen Informationen behandelt die Autorin solch heutzutage ungewöhnlich erscheinende Themen wie die symmetrischen Sprungformen Hoch- und Weitsprung aus dem Stand, links- und rechtshändige Wurfarten oder die Laufrichtung bei Stadionwettkämpfen. Längst vergessen scheinen auch die Bezüge des Deutschen Sportabzeichens zur Seitigkeit, die in der Arbeit aufgezeigt werden. Der interessierte Leser findet in der Schrift viel Nachdenkenswertes zu einem Thema, das auch in jüngster Zeit wieder an wissenschaftlichem Interesse gewonnen hat und wohl auch weiterhin in der sportwissenschaftlichen und sportpraktischen Diskussion nicht in Vergessenheit geraten sollte.
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| Notationen: | Trainingswissenschaft |
| Veröffentlicht in: | Sportwissenschaftliche Forschungsberichte |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Berlin
Mensch-und-Buch-Verl.
2003
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| Ausgabe: | Berlin : Mensch & Buch Verlag , 2003. - 289 S. |
| Schriftenreihe: | Sportwissenschaftliche Forschungsberichte |
| Seiten: | 289 |
| Dokumentenarten: | Dissertation |
| Level: | mittel |