Kinematische Merkmale von Sprints und horizontalen (Mehrfach)-Sprüngen zur Kontrolle der Leistungsentwicklung und zur Belastungssteuerung im Training von Weitspringerinnen und Weitspringern im Hochleistungstraining (HLT)
Das regelmäßige Messen der kinematischen Parameter bei Leistungskontrollen oder Wettkämpfen ist ein wichtiger Bestandteil, um notwendige Steuermaßnahmen in der Trainingseinheit und im Jahresverlauf vornehmen zu können. Wesentlich dabei ist der richtige Zeitpunkt, damit die geplante Wirkungsrichtung des Trainings erreicht und gesichert werden kann. Das erfordert ein hohes Maß an Erfahrungen von Trainern sowie Athletinnen bzw. Athleten. Der entstandene Messplatz in der Hamburger Leichtathletikhalle bietet die Möglichkeit der regelmäßigen und unkomplizierten Messung begleitend im Trainingsalltag und damit neben der systematischen Leistungskontrolle und -dokumentation auch die Gewöhnung der Athletinnen und Athleten an die Maßnahmen in Vorbereitung auf die Wettkampfhöhepunkte. Die gegenwärtigen Stärken des Messplatzes sind: o die Erfassung von Sprungkraft und -technik (horizontale Mehrfachsprünge und Weitsprünge aus verschiedenen Anlauflängen) unter allen typischen Trainingsbedingungen, o das Feedback mit objektiv ergänzender Sofortinformation und Spätinformation für Athletinnen bzw. Athleten und Trainerinnen bzw. Trainer, o die hohe trainingspraktische Relevanz der generierten Mess- und Testdaten (Hinweise zur Steuerung der individuellen Sprungkraft und -technik sowie Empfehlungen für die biomechanisch zweckmäßige Trainings- und Wettkampfgestaltung. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Einsatz des Messsystems Optojump und der Einrichtung des Messplatzes sollten die Messungen als Routinediagnostik in das Training und in die Vorbereitung der Kaderathletinnen bzw. -athleten übernommen werden, weil sich daraus weiterführende Informationen zur individuellen Sprungkraft und -technik sowie deren Entwicklung ableiten lassen, die trainingsmethodisch relevant sind. Das sind im Einzelnen Aussagen zu den Wirkungen der bei Sprints und Mehrfachsprüngen eingesetzten verschiedenen Trainingsmittel auf die Sprint- und Sprunggeschwindigkeit sowie auf die zugrunde liegenden kinematischen Schrittmerkmale wie die Schrittlänge und -frequenz und die Bodenkontaktzeit. Damit lassen sich die tatsächlichen Trainingswirkungen besser erkennen und die Formulierung der zu setzenden Akzente im Verlauf des Trainingsjahres besser bestimmen, wie z. B. die Steigerung der Sprintgeschwindigkeit durch Verkürzung der Bodenkontaktzeit bei gleicher Schrittlänge oder die Verlängerung des Schrittes bei gleicher Bodenkontaktzeit.
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Kraft-Schnellkraft-Sportarten Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Veröffentlicht in: | BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2011/12 |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Bonn
Bundesinstitut für Sportwissenschaft
2012
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| Online-Zugang: | http://www.bisp.de/SharedDocs/Downloads/Publikationen/Jahrbuch/Jb_201112_Artikel/Mattes_63_66.pdf?__blob=publicationFile&v=2 |
| Seiten: | 63-66 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |