Biomechanische Analyse des Hürdensprints mittels Inertialmesssystem

In den technischen (Sprint-)Disziplinen wie dem Hürdenlauf geben Zeitparameter (z.B. Bodenkontaktzeiten, Flugzeiten über der Hürde oder die Dauer der Zwischenhürdenabschnitte) u.a. Aufschluss über die Qualität der Hürdentechnik bzw. die Rhythmisierung über den Wettkampfverlauf. Vor allem die Rhythmisie-rung in den einzelnen Zwischenhürdenabschnitten stellt dabei eine wesentliche Einflussgröße der Leistung dar und sollte im Verlauf der gesamten Wettkampfdistanz möglichst stabil gehalten werden. Bisherige Studien beziehen sich meist aus messtechnischen Gründen nur auf einzelne Hürdenüberquerungen oder zeitliche Veränderungen ganzer Hürdenabschnitte (u.a. Coh, 2002). Es existieren zwar eine Reihe an Messverfahren und -Systeme (z.B. Hochfrequenzvideometrie, optoelektrische Systeme oder Kraftmessplattformen und Kontaktmatten), die Leistungsparameter wie Kontakt- oder Flugzeiten erfassen und zu diagnostischen Zwecken auswerten können, jedoch ist deren Einsetzbarkeit meist auf einen begrenzten Raum beschränkt. Darüber hinaus ist ein Onlinemonitoring mehrerer Sportler/innen zum routinemäßigen Einsatz im Training oder zu Kontrollzwecken nur eingeschränkt möglich. Inertiale Messsysteme (IMS) ermöglichen hingegen die Erfassung biomechanischer Parameter im leichtathletischen Sprint auch über einen räumlich ausgedehnten Messbereich (die gesamte Wettkampfstrecke) und bieten in Verbindung mit einer kabellosen Datenübertragung Anwendungsmöglichkeiten im Onlinemonitoring mehrerer Sportler/innen. Studien zum Einsatz von IMS im Bereich des leichtathletischen Sprints haben gezeigt, dass bspw. die Bestimmung der Rumpfriei-gung während des Starts (Bergamini et al., 2013) oder die Bestimmung von Bodenkontaktzeiten (Bergamini et al., 2012) realisiert werden kann. Im Rahmen eigener Arbeiten konnte ein IMS entwickelt werden welches die Bestimmung von Kontaktzeiten und Schrittfrequenzen im leichtathletischen Sprint mit einer auch für den Hochleistungssport hinreichenden Genauigkeit ermöglicht (Schmidt et al., 2016). In der vorliegenden Studie wurde dieses IMS zur Analyse des Hürdensprints aingesetzt, um zeitliche Merkmale der Schrittstruktur kontinuierlich zu erfassen und in Abhängigkeit des Expertiseniveaus zu untersuchen.
© Copyright 2016 Sportinformatik XI : Jahrestagung der dvs-Sektion Sportinformatik 2016 in Magdeburg. Veröffentlicht von Shaker Verlag. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Naturwissenschaften und Technik Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Veröffentlicht in:Sportinformatik XI : Jahrestagung der dvs-Sektion Sportinformatik 2016 in Magdeburg
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Aachen Shaker Verlag 2016
Seiten:71-75
Dokumentenarten:Kongressband, Tagungsbericht
Level:hoch