Möglichkeiten und Grenzen der Schnellinformation bei biomechanischen Bewegungsanalysen in der Leichtathletik
Biomechanische Analysen von Bewegungstechniken in den leichtathletischen Disziplinen sind häufig durch Kompromisse zwischen den wissenschaftlichen Ansprüchen und Fragestellungen der Untersucher und den Anforderungen für Serviceleistungen im Interesse der Athleten geprägt. In diesem Beitrag stand die Dienstleistung für den Athleten im Mittelpunkt, bei der die Fragestellungen der Untersuchung und die Beobachtungsschwerpunkte den Wünschen der Athleten untergeordnet wurden. Der Schwerpunkt lag auf der Bereitstellung von Schnell- oder Sofortinformationen. Zusätzlich werden von Trainern und Athleten aber auch Analyseprotokolle gewünscht, die eine größere Nachbereitung erfordern. Die trainingsbegleitende Diagnostik zeigt, dass die Auswertung für Athleten und Trainer verständlich sein muss. Die vermittelten Informationen sollten sich auf ausgewählte Schlüsselparameter und Zeitverläufe konzentrieren. Anhand von geeigneten Visualisierungen (Bildreihen, Videos) können Stärken, Defizite und Leistungsreserven transparent beschrieben werden. Dies sollte nach Möglichkeit in Empfehlungen für die weitere Schwerpunktsetzung im Training münden. Unter dem Aspekt der Sofortinformation liegt der Schwerpunkt auf der Erfassung analoger Messgrößen (z. B. Kraft, Beschleunigung. Winkel). Gekoppelt mit synchronisierten Bilddaten kann den Athleten unmittelbar nach dem Versuch ein nachvollziehbares Feedback gegeben werden. Im Idealfall werden zeitnah Korrekturvorschläge gegeben, die bei nachfolgenden Versuchen berücksichtigt werden können. Dienstleistungen für die Athleten und eine gezielte Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen unter einen Hut zu bringen, ist nur selten möglich. Für Studien zur Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen müssen in der Regel gesonderte Messtermine eingerichtet werden. Wissenschaftliche Untersuchungen sind oft komplexer als Routinemessungen, weil die Athleten instrumentiert werden müssen oder mehrere Messverfahren zeitsynchron eingesetzt werden. Daneben werden hohe Ansprüche an die Standardisierung der Messabläufe und die statistische Ab
sicherung der Ergebnisse gestellt. Der Nutzen wissenschaftlicher Untersuchungen für Athleten und Trainer ergibt sich oft erst in einer gewissen zeitlichen Perspektive. Dennoch sind derartige Studien oft ein Gewinn für den Sport. Die Vermittlung dieser Botschaft und die Begeisterung von Athleten und Trainern für systematische Untersuchungen gehören somit auch zu den Aufgaben der Sportwissenschaftler.
© Copyright 2014 16. Frühjahrsschule Informations- und Kommunikationstechnologien in der angewandten Trainingswissenschaft am 9. und 10. April 2014 am IAT. Veröffentlicht von IAT. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Kraft-Schnellkraft-Sportarten |
| Veröffentlicht in: | 16. Frühjahrsschule Informations- und Kommunikationstechnologien in der angewandten Trainingswissenschaft am 9. und 10. April 2014 am IAT |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Leipzig
IAT
2014
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| Schriftenreihe: | Frühjahrsschule "Informations- und Kommunikationstechnologien in der angewandten Trainingswissenschaft", 16 |
| Seiten: | 104-122 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |