Biomechanical analysis of the jumping events: pole vault

(Biomechanische Analyse der Sprungdisziplinen: Stabhochsprung)

Ziele der Studie: 1. Untersuchung des Verhaltens und der praktischen Anwendung dreier Kriterien im Stabhochsprung auf Weltspitzenniveau. Die 3 Kriterien betreffen die Startbedingungen des Stabhochsprungs und das Verhalten der Athleten während der Einstichphase. 2. Bestimmung des Einflusses der Ausgangsbedingungen sowie des Athletenverhaltens während der Einstichphase auf die Stabhochsprungleistung. Methode: Analyse von 25 erfolgreichen Sprüngen von 11 Athleten während der Weltmeisterschaften 1997. (Aufnehmen mittels zweier synchronisierter stationärer Kameras). Für die Datenanalyse wurden die Sprünge in folgende Phasen unterteilt: 1. Energieerzeugungsphase. Diese beginnt mit dem Anlauf und endet mit dem Bodenkontakt des Sprungfußes beim Absprung. 2. Energieumsetzungsphase. Diese beginnt mit dem Bodenkontakt des Sprungfußes beim Absprung und endet mit dem Loslassen des Stabes am Ende des Sprungs. Ergebnisse: Im ersten Teil der Energieumsetzungsphase wird die Energie auf den Stab übertragen, was die Gesamtenergie des Sportlers verringert. Die Differenz zwischen der Verringerung der Gesamtenergie des Athleten und der maximalen Stabenergie zeigt auf, ob die Elastizität des Stabes effektiv genutzt wurde (Kriterium 1). Im zweiten Teil der Energieumsetzugsphase wird die Energie vom Stab auf den Athleten rückübertragen, die Gesamtenergie des Athleten wächst an. Die Differenz zwischen der zurückgekehrten Energie und und dem Energiezuwachs beim Sportler zeigt auf, in welchem Maße der Athlet Muskelarbeit zur Erhöhung seiner Gesamtenergie verrichtet hat (Kriterium 2). Die Anlaufenergie (Ausgangsenergie) representiert die Startbedingungen des Stabhochspringers (Kriterium 3). Aus den erhobenen Daten lassen sich drei Gruppen von Springern mit ähnlichen Werten für die Ausgangsenergie, Kriterium 1 und Kriterium 2 bilden. Die Ergebnisse zeigen, dass es sowohl individuelle als auch gruppenspezifische Technikdefizite gibt, die stark variieren können und dennoch zur selben Endleistung führen. Im Spitzenbereich bestimmt die Ausgangsenergie die Ausgangsbedingungen für einen guten oder einen schlechten Sprung. Die aktuell erreichten Sprunghöhen sind abhängig vom Verhalten des Springers während der Energieumsetzungsphase. Die Untersuchung von Ausgangsenergie, Kriterium 1 und 2 ermöglicht die Diagnose individueller technischer Defizite der Athleten.
© Copyright 1999 Biomechanical research project Athens 1997 (Final report). Veröffentlicht von Meyer & Meyer. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Naturwissenschaften und Technik Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Veröffentlicht in:Biomechanical research project Athens 1997 (Final report)
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: Aachen Meyer & Meyer 1999
Seiten:145-160
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch mittel