Filosofija vsryvnoj sily
(Die Philosophie der Explosivkraft)
Zu einigen Aspekten der Vorbereitung von Hochspringern.
Die angeschnittenen Probleme und Fragen sind erwachsen aus dem Prozeß der Vorbereitung von 24 Meistern des Sports und 4 internationalen Meistern des Sports und damit dem Erfahrungswert der Verf. aus insgesamt 50 Trainerjahren im Hochsprung.
Im Hochsprung kommt der Explosivkraft eine wichtige Rolle zu, denn sie bestimmt die entscheidende Fähigkeit, höchste Leistung in kürzester Zeit zu erzeugen.
Allgemein ist zu sagen, daß das im Training verwendete Hantelgewicht dem Niveau der körperlichen Leistungsfähigkeit entsprechen muß, damit eine technisch einwandfreie Bewegungsausführung gesichert ist. Die Belastungsintensität kann verändert werden durch Variieren von Widerstand, Wiederholungszahl oder Pausendauer.
Allerdings ist zu beachten, daß bei einem zu niedrigen Intensitätsniveau die muskulo-nervalen Funktionen nicht ausreichend stabilisiert werden können.
Das Explosivkrafttraining genießt den absoluten Vorrang vor allen anderen Trainingsarten in der Vorbereitung von Springern. Entscheidende Steuergrößen sind Umfang und Intensität.
Hochspringer müssen hart trainieren: kurz, geballt, intensiv; die Methode "bis zur Erschöpfung" sollte jedoch nur bei guter körperlicher Verfassung und nicht zu häufig eingesetzt werden. Die Übungen sollten eine Aktivierung im Körper erzeugen, die allgemeine Aktivität erhöhen, sie jedoch nicht niederdrücken. Zu einem höheren Belastungsniveau - sowohl bezogen auf Umfang als auch auf Intensität- sollte erst übergegangen werden, wenn das vorangegangene mit Leichtigkeit absolviert wird.
Die Belastung und Auswahl der Trainingsmittel sollte vielseitig und kontrastreich gestaltet werden. Die Intensität sollte jedoch nicht in Höhen gesteigert werden, wo eine akute Verletzungsgefahr besteht.
Wichtig sind Übungen nahe dem Maximum mit schnellstmöglicher Ausführung. Die Intensität darf nur erhöht werden, wenn der Athlet sich dafür bereit fühlt. Im Training des Hochspringers ist die Trainingsqualität immer höherwertiger als die Quantität. Die richtige Plazierung und Dosierung einer Übung im Trainingsprozeß bestimmt wesentlich deren Effektivität.
Das Explosivkrafttraining ist nicht vorstellbar ohne Begeisterung. Alle als Ballast wirkenden Mittel und Umfänge müssen aus dem Training verbannt werden.
Im Training eines Springers muß immer gegen Monotonie angekämpft werden. Das realtiv lange Sich-Bewegen im Ermüdungsbereich erschwert die darauffolgende Wiederherstellung. Daher muß selbst innerhalb einer Trainingseinheit dem Prinzip Vielfältigkeit (auch der Intensität) Rechnung getragen werden.
Belastung - Erholung
Zuverlässigster Indikator für den Ermüdungszustand des Sportlers ist die Beobachtung der Technikausführung bzw. der Übungsqualität durch den Trainer. Eine tägliche Selbstkontrolle nach einem 5-Punkte-System ermöglicht rechtzeitige Korrekturen des Trainings. Nach schweren Trainingsaufgaben sollte von vornherein Erholungszeit eingeplant werden. Wichtig ist dabei, daß die Erholung vor dem Eintreten von Ermüdung eingeschaltet wird und nicht erst danach. Die Bedeutung der Erholung nimmt zu, je näher der Hauptwettkampf bzw. eine Wettkampfserie rückt.
Technik und Bewegungsmerkmale
Ein Großteol des Trainings eines Hochspringers sollte der Erhöhung des bewegungstechnischen Potentials sowie der technischen Meisterschaft gewidmet werden. Dabei ist immmer zu beachten, daß ein hoher Umfang an mit voller Kraft ausgeführten Schnellkraftbelastungen die Technik beeinträchtigt.
Im Techniktraining darf der Übergang in eine höhere Intensitätszone nur dann erfolgen, wenn der Sprung ausreichend häufig, mit ausreichender Sicherheit und Enthusiasmus ausgeführt wurde.
Geschwindigkeitsbarriere
Eine Geschwindigkeitsbarriere kann überwunden werden durch breitgefächerte, kontrastreiche Trainingsmethoden. Beim Training der Explosivkraft dürfen Übungen mit mnaximaler Belastung nicht umgangen werden, da sich die Qualität der Muskelfasern in Abhängigkeit von der Trainingsbelastung verändert. Harte Übungen wie beispielsweise Niedersprünge sollten jedoch bis in die Etappe der sportlichen vervollkommnung verschoben werden.
In der Etappe der sportlichen Vervollkommnung erfolgt die Herausbildung der Explosivkraft durch die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit zu konzentrieren und gleichzeitig die Energiereserven zu verausgaben.
Tests können als hocheffektives Trainingsmittel in allen Etappen des Jahreszyklus genutzt werden (ausgenommen die letzten 10-12 Tage vor dem Wettkampf). Es werden dabei allerdings in der Kontrollübung nicht 2-3 Wiederholungen realisiert, sondern 7-15. Empfehlenswert ist die Durchführung dieser Tests als Miniwettkampf. Diese Art der Vorbereitung erhöht die Mobilisationsbereitschaft, hilft, Geschwindigkeitsbarrieren zu überwinden, trainiert die Psyche des Sportlers und ermöglicht die Umsetzung des bewegungstechnischen Potentials sowie durchbricht die Monotonie des Trainings. In einer Trainingseinheit können - je nach Etappe und Aufgabenstellung- 1-3 Tests absolviert werden. Selbstverständlich sollte eine Testwoche als Mikrozyklus mit harter Trainingsbelastung betrachtet werden, die früher als in den letzten Wochen vor dem Hauptwettkampf liegen sollte und entsprechende Erholung inkludieren sollte.
Wettkampfhärte
Das Training sollte auch unter beispielsweise schlechten Witterungsbedingungen stattfinden, um im Wettkampf auf diese Bedingungen eingestellt zu sein.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Kraft-Schnellkraft-Sportarten |
| Veröffentlicht in: | Legkaja Atletika |
| Sprache: | Russisch |
| Veröffentlicht: |
1996
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| Ausgabe: | Moskva (1996)6, S. 14-16 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |