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Sidnej-2000

(Sydney 2000)

Zum langfristigen Vorbereitungsprogramm des Russischen Leichtathletik Verbandes auf die Olympischen Spiele 2000. Der Leiter einer entsprechenden Arbeitsgruppe zu - Hauptidee des Programms "Sydney-2000" - Altersbereich der einbezogenen Sportler - in diesem Zusammenhang stattfindenden Trainerweiterbildungen - Finanzierung des Programms - besonderen Aufgaben der Arbeitsgruppe - Position der Junioren - Prognose für die OS 2000 (Hoffnungen liegen insbesondere in den Bereichen Wurf/Stoß und Gehen) - Talentauswahl und - Formierung der Ausw ahlmannschaften der Jugend und Junioren - Haltung zur Problematik Doping und - Personeller Zusammensetzung der Arbeitsgruppe. Hauptanliegen Langfristige Vorbereitung einer Olympiamannschaft, zukünftig sollte die Vorbereitung auf OS nicht wie bisher drei Jahre zuvor beginnen, sondern 5-6 Von Olympia zu Olympia gibt es erfahrungsgemäß größere Veränderungen in den Teams, nicht nur bei den Medaillengewinnern und Siegern, sondern auch in den Mannschaften insgesamt. Man rechnet damit, daß von den Olympioniken von Atlanta 1996 lediglich 25-30% in Sydney noch am Start sind. Daher rührt auch die Motivation für dieses langfristig und auf den Nachwuchs orientierte Programm "Sydney 2000". Altersbereich Im Gegensatz zu früher werden nicht in erster Linie die Sportler berücksichtigt, die für einen Start bei den kommenden Olymmpischen Spielenn in Frage kommen, sondern man möchte mehr in die Tiefe gehen. Das Programm umfaßt daher Sportler im Altersbereich zwischen 13 und 23 Jahren. Dieser Kreis wird dann laufend verfolgt und bleibt unter Beobachtung. Dies ist jedoch nur unter Mithilfe der örtlichen Organisationen möglich. Auch diese sollten nicht nur an einem momentanen Erfolg ihrer Jugendlichen und Junioren interessiert sein, sondern an zukünftigen Erfolgen. Ein spezieller Fragebogen für Sportler und Trainer, die an dem Programm teilnehmen, wurde entwickelt. Wissenschaftlich-methodische Arbeit Früher zeichnete sich die wissenschaftlich-methodische Arbeit (z.B. Trainerkonferenzen) durch Regelmäßigkeit und ein hohes Niveau aus. Mittlerweile werden auf den Trainerkonferenzen fast ausschließlich organisatorische Fragen erörtert. Dies soll wieder verändert werden. 1995 wurde versucht, die methodische Arbeit in den Konferenzen wiederzubeleben. Im Rahmen des Programms "Sydney 2000" war diese Konferenz vorrangig auf die Trainer der Reserve ausgerichtet, die anschließend ein spezielles Zertifikat als Nachweis über diese Weiterbildungsmaßnahme erhielten. Geplant ist außerdem die regelmäßige Publikation eines "Sport Digest" zur Sommer- und Wintersaison sowie zur Konferenz, das die wichtigsten trainingsmethodischen Gedanken beinhalten soll. Das Digest wird in sienben Bereiche unterteilt: Sprint/Hürden, Ausdauerdisziplinen, Sprung, Wurf/Stoß, Mehrkampf, Medizin und Jugendsport. Es werden Weiterbildungslehrgänge für die Trainer durchgeführt. An den Lehrgängen der Auswahlmannschaften werden bis zu 15% aus der Gruppe des Programms "Sydney 2000" teilnehmen. Finanzierung Das Programm basiert vorwiegend auf drei Finanzierungsquellen: Das Staatliche Komitee für Körperkultur und Tourismus trägt die Kosten für Lehrgänge. Es werden im Jahr zwei Lehrgänge für die Jugend- und Juniorenmannschaft durchgeführt, insbesondere vor den Saisonhöhepunkten (für die Juniorenmannschaft die JWM, für die Jugendmannschaft der Länderkampf Rußland-Ukraine-Italien). Das Ministerium finanzierte daneben zwei weitere Trainingslager für jeweils 180 Teilnehmer. Die Kosten für die Wettkampftätigkeit werden voll vom Verband übernommen. Die dritte Geldquelle stellen die örtlichen Organisationen dar, die die Reisekosten ihrer Sportler und Trainer zu den Wettkämpfen und Trainingslagern übernehmen.Der Beitrag der Territorien ist damit ein sehr wichtiger. Zu erwähnen ist auch das Bildungsministerium, das eigene Wettkämpfe für den Schülerbereich organisiert und durchführt. Besondere Aufgaben Besondere Aufmerksamkeit muß auf zwei Disziplingrupppen gerichtet werden: Gehen und Wurf. Insbesondere für den Wurf sind die materiellen Bedingungen zu verbessern. Im Spezialtrainingskomplex Wurf in Adler haben sich die Bedingungen deutlich verschlechtert, für eine Rekondstruktion sind jedoch erhebliche finanzielle Mittel erforderlich. Es besteht die Bereitschaft zur Errichtung eines neuen Trainingskomplexes in Tscheboksarach. Im Mehrkampf muß verstärkt nach Talenten gesucht wwrden, die komplexe Eigenschaften in sich vereinen (z.B. schnelle Springer oder Werfer mit Sprungfähigkeiten). Juniorenauswahl Der erste wichtige Wettkampf im Rahmen des Programms "Sydney 2000" waren die JWM 1996 in Sydney. Dort standenn nicht Medaillen im Vordergrund - die Athleten sollten ihre Leistungen bringen in der Hoffnung, auch vier Jahre später in Sydney anzutreten (Olymnpia 2000). In erster Linie sollten die Reise-, Umstellungs-, Anpassungs- und Organisationsprobleme und -bedingungen eines Wettkampfes in so großer Entfernung getestet werden. Die russische Mannschaft umfaßte daher 50 SportlerInnen. Von denjenigen, die bei diesen JWM erfolgreich waren erhofft man sich auf dem Weg zu Olympia eine Nominierung für die EM-Mannnschaft 1998. Prognose Olympia 2000 Wenn das programm wie geplant umgesetzt werden kann, rechnet man in Sydney 2000 12-15 Medaillen (für die russische Leichtathletik), davon 5 goldenen sowie dem 2. Platz in der Mannschaftswertung. Disziplinen mit Nachholebedarf Neben dem Wurf und Mehrkampf verdienen weitere Disziplinen besondere Unterstützung: bei den Männern die Sprünge (insbesondere Stabhochsprung und Dreisprung), bei den Frauen der Sprint, die Mittel- und Langstrecken inkl. Marathon sowie der Siebenkampf. Auswahl Geplant ist ein ähnliches Vorgehen wie z.B. die vom VNIIFK 1983 durchgeführte Ggroßaktion, bei der 350 junge Leichtathleten überprüft und deren Perspektive eingeschätzt wurden. Damals wurde drei Sportlern ein Weltspitzenniveau vorausgesagt - zwei von ihnen wurden mittlerweile Olympiasieger, der dritte hätte die Voraussetzungen dazu gehabt, ihm fehlte jedoch der persönliche Antrieb. Momentan fehlt jedoch das Geld für eine solch große Aktion. Bildung der Jugend- und Juniorenauswahlmannnschaften Kandidaten für die Mannschaften sind die Sieger der Wintermeisterschaften der Jugend und der Junioren und die Sieger und Medaillengewinner der Sommermeisterschaften. Insgesamt gelangen auf diesem Weg in die Mannschaften bis zu 120 Sprinter und Hürdenläufer, 135 Sportler aus den Ausdauerdisziplinen, 85 Springer und Werfer sowie 25 Mehrkämpfer. Anti-Doping-Kampf Dopingkontrollen werden durchgeführt bei Wettkämpfen der Jugend und der Junioren, außerdem gibt es Trainingskontrollen auch in diesem Altersbereich. Personelle Besetzung Zur Arbeitsgruppe "Sydney 2000" gehören ihr Leiter A.I. Polunin, I.V. Jewtjukow, V.V.Kusin, V.A. Abramow, F.F.Dolgopolow sowie Trainer aus dem Nachwuchsbereich, Mitarbeiter aus den Territorien und Leute, denen die Zukunft der Leichtatheletik am Herzen liegt.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Leitung und Organisation Ausdauersportarten Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Veröffentlicht in:Legkaja Atletika
Sprache:Russisch
Veröffentlicht: 1997
Ausgabe:Moskva (1996)2, S. 1-2
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel