Effects of approach velocity to the contribution of each body segments to the take-off movement in the long jump

(Auswirkungen der Anlaufgeschwindigkeit auf den Anteil der einzelnen Körperteile an der Absprungbewegung im Weitsprung)

Ausgangspunkt und Ziel: Ein effizienter Absprung bedingt unabhängig von der Anlaufgeschwindigkeit eine effiziente Absprungbewegung. Für den Hochsprung liegen Untersuchungen vor, die deutlich machen, daß es Veränderungen in der Bedeutung einzelner Körperteile für den Absprung infolge unterschiedlicher Anlauflängen gibt. Die Studie untersucht die Rolle und den Beitrag einzelner Körperteile an der Absprungbewegung und damit an der Weite im Weitsprung. Methode: Neun Hochspringer absolvierten Versuche auf dreierlei Weise: langsamer Sprung (Anlauf 10-15m), mittlerer Sprung (Anlauf 25-30m), schneller Sprung (individuell kompletter Anlauf 40-50m). Die Absprungbewegungen wurden mittels Hochgeschewindigkeitskamera aufgenommmen. Durch Digitalisierung wurden zweidimensionale Daten ermittelt. Eine Datenfilterung ermöglichte die Bewertung der Masse- und Gravitationszentren der Körperteile und des gesamten Körpers. Aus diesen Daten wurden berechnet: horizontales und vertikales Moment der Arme, des Kopfes, des Oberkörpers, des Schwungbeines, des Absprungbeines. Außerdem wurden aus den Veränderungen der Momente die mittleren Impulse der Körperteile berechnet. Die mittlere prozentuale Beteiligung der Körperteile wurde durch Division der Gesamtimpulse der Körperteile durch den Gesamtkörperimpuls errechnet. Ergebnisse: Horizontaler Bezug: Das Verhältnis des Beitrages der Körperteile war bei allen drei Varianten gleich. Den höchsten positiven Anteil (plus-Anteil zur horizontalen Geschwindigkeit) übt der Oberkörper aus. Arme und beide Beine hatten negative Beiträge (Minus-Beitrag zur horizontalen Geschwindigkeit). Der höchste negative Beitrag wurde für das Absprungbein ermittelt. Vertikaler Bezug: Alle Körperteile zeigten bei allen drei Sprungvarianten einen positiven Beitrag zur vertikalen Geschwindigkeit. Die höchste Anteiligkeit weist dabei das Absprungbein auf. Mit steigender Anlaufgeschwindigkeit erhöhte sich der Beitrag der Arme, der des Absprungbeines dagegen verringerte sich. Schlußfolgerung: In Bezug zur horizontalen Richtung ist der Beitrag der Körperteile bei allen drei Varianten gleich. Steigende Anlauf- geschwindigkeit bewirkt keine Veränderungen der Beiträge der Körperteile. Nur der Oberkörper verzeichnet dabei einen positiven Beitrag zur horizontalen Geschwindigkeit, der durch die Rotationsbewegung in der Hpüftachse hervorgerufen wird. Mit sich verringerndem postiven Beitrag des Oberkörpers vermindert sich auch der negative Beitrag des Absprungbeines. Dann besteht eine beidseitig vorteilhafte Beziehung für die horizontale Bewegung. Bezüglich der vertilkalen Richtung zeigten alle untersuchten Körperteile positive Beiträge. Mit zunehmender Anlaufgeschwindigkeeit verändert sich dabei die Absprungbewegung vom "absprungbeinabhängigen Typ" zum "Einsatz-anderer Körperteile-Typ".
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Naturwissenschaften und Technik Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Veröffentlicht in:ISBS - Conference Proceedings Archive (Konstanz)
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: Lissabon Edicoes FMH 1996
Seiten:446-449
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel