Coaching the steeplechase
(Das Training im Hindernislauf)
Der Hindernislauf ist eindeutig dem Langstreckenlauf und nicht dem Hürdenlauf verwandt (Ein 3-km-Lauf mit 35 Unterbrechungen)! Dementsprechend gelten auch die Gesetzmäßigkeiten des Trainings der Langstreckler für den Hin- dernislauf.
Als erstes sollte darauf hingearbeitet werden, daß die 35 Unterbrechungen (=Hindernisse) kein Thema sind, und sich der Läufer nur auf seinen Lauf von reichlich 7 Runden sowie die Gegner konzentriert.
Hindernistechnik
Anfänger erlernen zuerst die "Übersteigtechnik" , d.h., ein Fuß tippt auf dem Hindernis auf, mit dem anderen Fuß wird auf der anderen Seite gelandet. Der Vorteil dieser Technik besteht darin, daß problemlos beide Beine als Führbein eingesetzt werden könen und der Sportler genau weiß, wo exakt sich das Hindernis unter ihm befindet. Das Nachziehbein kann dann problemlos das Hindernis überqueren. Im Hindernislauf ist es von entscheidendem Vorteil, das Hindernis mit beiden Beinen gleichermaßen als Führbein überqueren zu können, da jedes Abbremsen oder Trippeln vor dem Hindernis, um auf das gewohnte Führbein zu gelangen, mit einem erheblichen Geschwindigkeitsverlust verbunden ist, der sich über die Gesamtdistanz extrem akkumuliert. Diese Anfängertechnik vermittelt außerdem die Fähigkeit, das Hindernis mit dem Knie und nicht mit dem Fuß führend zu überqueren. Beim Tappen ist es wichtig, das Gewicht nicht auf den auf dem Hindernis "stehenden" Fuß zu verlagern, auch sollte kein Abdrücken vom Hindernis durch diesen Fuß erfolgen.
Die Hürdentechnik
Beherrscht der Sportler die "Übersteigtechnik", ist es unkompliziert, zur Hürdentechnik überzugehen: Der Schritt wird einfach verlängert, d.h. der Fuß setzt nicht mehr auf dem Hindernis auf, sondern überquert es direkt.
Außer dem Beherrschen der optimalen Hindernistechnik ist ein entscheidender Faktor im Hindernislauf das Vermeiden einer Beschleunigung in den Absprung hinein: Die Beschleunigung würde zwar das Überqueren einer Hürde erleichtern, aber es ist undenkbar, diese Beschleunigung 5 Mal pro Runde und 35 Mal insgesamt zu wiederholen, so daß eine starke Ermüdung einträte, die leistungsmindernd wirkt. (Die technischen Details bei der Hindernisüberquerung wreden angesprochen).
Der Sprung über den Wassergraben
Um nicht im Wasser zu landen, muß ein Abdruck von der Hürde erfolgen. Dazu muß das natürliche, gewohnte Führbein auf dem Hindernis landen, um sich dann dort abzudrücken. Eine Markie- rung an der Seite drei Schritte vor dem Hindernis kann dem Sportler helfen, tatsächlich das Hinddernis mit dem richtigen Führbein zu erreichen. Beim Landen im Wassergraben sollte vermieden werden: a) das Landen mit gestrecktem Bein und b) das beidbeinige Landen, da beides die Vorwärtsbewegung bremst. Das Abdruckbein wird als Nachziehbein gestreckt dem gebeugten Führbein über das Hindernis bzw. den Graben nachgeführt. Das Führbein wird gebeugt aufgesetzt, daß Nachziehbein wird nach der Landung nach vorn geworfen. Es folgt ein schneller Schritt aus dem Graben heraus.
Hindernisläufer und -läuferinnen
tauchen meist nicht oder nicht weit vorn in Bestenlisten über 1500 oder 5000m auf. Meist hatten die erfolgreichen Hindernisläufer vorher keine Top-Disziplin für sich entdeckt, die gleiche Tendenz zeichnet sich jetzt bei den Frauen ab. Der Hindernisläufer benötigt insbesondere
- die Fähigkeit, mehrfache Geschwindigkeitswechsel im Rennen zu managen,
- ein gutes ballistisches Bewegungsvermögen,
- ausgeprägte Kraft im Unterschenkel sowie
- Rhythmusgefühl ähnlich wie bei Crossläufern.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | Track & field coaches review |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
1996
|
| Ausgabe: | Gainesville 96(1996)2, S. 39,39,44 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |