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Developing specific strength in the shot put using varied weight implements

(Die Entwicklung der spezifischen Kraft im Kugelstoßen mittels unterschiedlicher Gewichte)

Neue Wege der Verbesserung der Effektivität von Inhalt und Organisation des Trainings sind erforderlich. Im Rahmen der verschiedenen Trainingsperioden im Jahresverlauf sollte eine große Vielfalt an Trainingsbelastungen und -mitteln eingesetzt werden. Der Arbeit mit unterschiedlich schweren Geräten (Kugeln) kommt dabei besondere Bedeutung zu. Sie ist der Wiederholungsmethode mit immer gleich schweren Geräten vorzuziehen. In einer technischen Disziplin wie dem Kugelstoßen kommt der Sporttechnik eine leistiungsentscheidende Bedeutung zu. Dieses motorische Potential kann durch die Aneignung spezifischer Leistungskomponenten, wie der spezifischen Wurfkraft, beeinflußt werden. Unterschiedliche Gewichte der Trainingsgeräte führen dabei zu einer maximalen Adaptation und Vermeidung von Ermüdung und Leistungsstagnation. Ein weierer Vorteil unterschiedlich schwerer Trainingsgeräte besteht darin, daß somit gezielt verschiedene Komponenten des Wurfs trainiert wreden können (z.B. werden zum Training der Schnelligkeit der Armbewegung leichtere Geräte eingesetzt). Leichtere Trainingsgeräte empfehlen sich vor allem im Techniktraining und für den nicht so leistungsstarken Athleten bzw. im Anfängertraining, wo ein Mangel an Kraft und Gleichgewichtsgefühl betseht. Schwere Geräte erfordern das Vorhandensein einer soliden technischen Grundlage für das Training der spezifischen Kraft. Die Auswahl der richtigen Gewichte des Trainingsgerätes spielt ebenfalls eine große Role für die Verletzungsprophylaxe (sowohl zu schwere als auch zu leichte Geräte können bestimmte Überlastungsschäden erzeugen.) Für Sportler unterhalb des Spitzenbereichs empfiehlt es sich, keine Geräte zu verwenden, die mehr oder weniger als etwa 1 kg Gewichtsdifferenz zum Wettkampfgerät aufweisen. Im Spitzenbereich kann das Trainingsgerät bis zu 2 kg leichter oder schwerer sein als das Wettkampfgerät, wobei der Hauptanteil am Training ebenfalls im Bereich +/- 1 kg bezüglich des Wettkampfgeräts erfolgen sollte. Stöße aus dem Stand können auch mit schwereren / leichteren Geräten ausgeführt werden. Abb. 1 und 2 zeigen mögliche Einsatzvarianten der unterschiedlich schweren Geräte im Training (variable Methode, Leitermethode). Trainer kamen schon mit verschiedenen Varianten zum Erfolg (z.B. variable Methode: erst das leichtere Gerät, danach das Standardgerät und zum Schluß das leichtere Gerät; spezifisches Krafttraining: erst das schwerere Gerät, dann das leichtere). Beim Training mit unterschiedlichen Gewichten der Geräte sollten nie mehr als 5 Würfe je Set und nicht mehr als 6-10 Sets absolviert wreden. Festgestellt wurde, daß die Wiederherstellung nach dem Training mit unterschiedlich schweren Geräten schneller verläuft als beim Training ausschließlich mit Standardgeräten. Dies gilt allerdings nicht, wenn das Training gleichzeitig intensives Krafttraining ist. An solchen Tagen sollte das Krafttraining daher mittelschwer bis leicht sein. Der Einsatz von schweren Geräten im Training bietet sich vor allem auch dann an, wenn aufgrund zeitlicher Einschränkungen das Krafttraining im Kraftraum begrenzt ist. Im Schnelligkeitstraining müssen zuerst die leichteren Geräte eingesetzt werden. Die Stöße müssen relativ schnell hintereinander und jeweils mit voller Explosivität ausgeführt werden. Das Training "auf Weite" sollte erst an zweiter Stelle hinter dem Training "auf Technik" kommen. Wobei es nichts einzuwenden gibt gegen das Training mit dem Wettkampfgerät, da dies für den Sportler auch emotional von Bedeutung ist. Spezifisches Krafttraining In der Vorbereitungsperiode werden hohe Umfänge mit schweren Geräten absolviert. Es empfiehlt sich das Leiterprinzip: Begonnen wird mit schwereren Geräten, wenn der Sportler ermüdet bzw. die technische Fertigkeit nachläßt, werden leichtere Geräte eingesetzt. Ziel ist es, durch den Einsatz der schweren Kugeln das Wettkampfgerät als "leicht" zu empfinden. Kraftzuwächse mit dieser Methode können bereits nach sechs Wochen regsitriert werden. Mit Fortschreiten der Saison kann diese Leiter nach unten in Richtiung Schnelligkeitstraining verschoben werden. Die Verwendung schwerer Geräte im Training ist eine hervorragende Krafttrainingsmethode mit einem schnellen und stabilen Kraftzuwachs. Schnelligkeitsentwicklung Im Schnelligkeitstraining kommt es darauf an, das Trainingsregime häufig zu ändern, da hier schnell Anpassungen erreicht werden und neue Reize ausbleiben. Eine Möglichkeit, diese Vielfältigkeit zu schaffen, ist der Einsatz leichterer Geräte. Die Bewegungsschnelligkeit im Wettkampf wird immer höher, vor allem bedingt durch technische Fortschritte, die wiederum das Ergebnis einer Automatisierung aufgrund einer hohen Anzahl von Stößen ist. Der Einsatz leichterer Geräte führt zur Erhöhung der Kontraktionsgeschwindigkeit und damit größeren Weiten. Bei der Verwendung leichterer Geräte muß sich der Sportler schneller als normal beweguen, diese Bewegungsgeschwindigkeit automatisiert sich und wird dann auch mit dem Wettkampfgerät umgesetzt. Anzumerken ist jedoch, daß der durch das Verwenden leichterer Geräte erreichte Leistungszuwachs umso geringer wird, je höher die Leistungsfähigkeit des Spiortlers ist. Für leistungsstärkere Sportler hat die Verwendung leichterer Geräte zu Saisonbeginn / in der Vorbereitungsperiode daher vor allem die Aufgabe, Abwechslung zu schaffen. Sie stellt in diesem Leistungsbereich nicht das Haupttrainingsmittel dar. Leichtere Geräte sollten drei Wochen vor einem Wettkampf für 2-3 Wochen eingesetzt wrden, um die Bewegungsschnelligkeit zu erhöhen und auf den Wettkampf einzurichten. Ein Einsatz leichterer Geräte über einen längeren Zeitraum führt zu Verlusten in der spezifischen Kraft. Der zeitliche Einsatz dieser Trainingsmittel ist daher sorgfältig zu prüfen. Vor der Wahl der Gewichte der Trainingsgeräte muß klar sein, welche Technik (mit welchen Schwerpunkten) der Sportler ausüben bzw. erlernen soll. Danach richtet sich auch die Schwerpunktsetzung (Kraft, Schnelligkeit) und Auswahl der Gewichte. Generell ist zu sagen, daß technische Defizite häufig aus Mangel an Kraft resultieren. Daher sind zum Erreichen von Leistungsfortschritten (Superkompensation) folgende Kernpunkte im Trainingsplan wichtig: Überbelastung, progressiver Widerstand und Wiederherstellung. Hierfür sollte mit schweren Geräten begonnen und nach dem Leiterprinzip fortgefahren werden. Im Training ist die Quantität (Anzahl der ausgeführten Stöße) eine entscheidende Größe. Es bietet sich an, im Training die Stöße in ein Netz oder gegen eine Wand auszuführen, da nicht die Weite von Interesse ist sondern das Bewegungsgefühl entwickelt werden soll. Tabelle 1 - 5 zeigen den Einsatz verschiedener Gewichte des Trainingsgeräts in entsprechenden Übungen in verschiedenen Trainingsperioden im Trainingsjahr. Abschließend wird betont, daß für einen Spitzen-Kugelstoßer, der 20-25 Wettkämpfe im Jahr bestreitet und unzählige Trainingsstöße absolviert, das für die neuromuskuläre Koordinationsfähigkeit des Stoßers gefährlichste Gerät das Standard-Wettkampfgerät ist! Zusammenfassung: Der Einsatz verschieden schwerer Trainingsgeräte führt zu: - Kraftentwicklung, - Schnelligkeitsentwicklung, - schnellen Leistungssteigerungen, - Verbesserung der Bewegungsfertigkeiten/motorischen Abläufe, - vielfältigen variationsmöglichkeiten in der Trainingsmethodik, - mehr Abwechslung im Training und damit verzögerter psychischer und physischer Ermüdung.
© Copyright 1995 Track & field coaches review. United States Track Coaches Association. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Veröffentlicht in:Track & field coaches review
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1995
Ausgabe:Gainesville 95(1995)3, S.6 - 17, 5 Tab., 10 Lit.
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel