Zur Biomechanik der Vortriebserzeugung im Einercanadier auf der Basis dreidimensionaler Videobildanalysen im Hochleistungsbereich
Der Canadierrennsport zeichnet sich durch die besonderen Anforderungen an die Gleichgewichtsfähigkeit und den einseitigen Antrieb aus. Hinzu kommt der komplizierte physikalische Hintergrund der Kanusportarten, denn die Bestimmung der wirkenden Kräfte ist im Wasser kaum möglich. So erklärt sich auch die ausschließlich sportwissenschaftliche Herangehensweise an die Betrachtung der Bewegungsausführung im Canadierrennsport in der Literatur. Ein genaueres Verständnis der sportlichen Technik im Canadierrennsport, als es die bisher verwendeten zweidimensionalen, Schlüsselpositionen gewährleisten, ist für die weitere Optimierung der Bewegung unerlässlich. Auf dem aktuellen Stand der Technik erlaubt die Videometrie eine dreidimensionale Quantifizierung der Bewegungsmerkmale und daraus ableitbare Folgerungen für den Vortrieb. Zu diesem Zweck wurde die gegenwärtig umgesetzte Technik durch Videoaufnahmen der Sportler der Nationalmannschaft im submaximalen Geschwindigkeitsbereich auf einer Unterdistanzstrecke erfasst. Die Auswertung der Daten der Videobildanalyse veranlasste, durch die Möglichkeit zur Bestimmung der Koordinaten und Verläufe der Paddelspitze, zur Berechnung der Anfangs- und Endpunkte der Vortriebserzeugung an der Paddelspitze. Damit wurde die Definition der Phasen des Paddelzyklus in Abhängigkeit vom Vortrieb möglich und erlaubt es, die Bewegung vortriebsspezifisch zu untersuchen und die Dauer der Vortriebserzeugung an der Paddelspitze erstmals zu quantifizieren.
Weiterhin konnte durch eine differenzierte Betrachtung aller Körperwinkel und der Paddelanstellwinkel über die gesamte Zyklusdauer ein Eindruck über die Winkeländerungen während der Phasen erstellt werden, der über die Betrachtung der Zeitpunkte der Phasengrenzen erstmalig hinausgeht und damit ein verlässliches Bild zeichnet. Die Winkelverläufe sind außerdem gut verständlich, da sie direkt nachvollzogen werden können.
Außerdem sind Bewegungen, die eine räumliche Ausdehnung jenseits der Vortriebsrichtung aufweisen in ihrem zeitlichen Verlauf dargestellt worden und geben damit Aufschluss über die zu komplizierte Bewegung der Körperteile im Raum, die sich durch perspektivische Ansichten leichter erschließen lässt. Die Canadiertechnik wird nach dem Kraftfluss strukturiert und gibt Anhaltspunkte zu den Einflüssen des Schlupfes am Paddelblatt.
Dabei wird deutlich, dass neben den angestrebten Winkel-, Bahn- Weg- und Geschwindigkeitsgrößen des jeweils betrachteten Systempunktes, auch der Zeitpunkt des Erreichens der Winkel-, Bahn-, Weg- und Geschwindigkeitswerte von Bedeutung für das Gesamtergebnis ist. Die Ähnlichkeit der Kennlinien weist auf ein hohes Niveau der Bewegungstechnik der Athleten hin, mit Hinblick auf die Unterschiede der Paddelführung während der Vortriebsphase, sowie die Rechts-Links-Unterschiede, sollte die Aufmerksamkeit der Sportler im Hochleistungsbereich besonders auf diese Punkte gelenkt werden.
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Trainingswissenschaft Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin Naturwissenschaften und Technik |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Leipzig
2007
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| Ausgabe: | Magdeburg: Universität Magdeburg, Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, 2007. - 117 S. |
| Seiten: | 117 |
| Dokumentenarten: | Diplomarbeit |
| Level: | hoch |