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Training Greco-Roman wrestlers at the U.S. Olympic Training Center

(Das Training der Ringer im griechisch-römischen Stil im U.S. Olympic Training Center)

Beschrieben wird das Kraft- und Konditionierungsprogramm, das ab 1993 am U.S. Olympic Training Center in Colorado Springs für den Olympiakader im griechisch-römischen Ringkampf entwickelt und realisiert wurde. Ausgangspunkt war ein Angebot, das den disziplinspezifischen Anforderungen gerecht werden sollte. Gleichzeitig sollte mit dem Programm eine Form der Verletzungsprävention betrieben werden. Basierend auf den Vorstellungen des NM-Trainers Houck wurde das Schwergewicht auf die Entwicklung im Bereich der Hüfte, der Lenden, des Bauchs und des Rückens sowie der Unterarme gelegt. Bei letzteren wurde mit relativ allgemeinen Übungen trainiert (Hebungen von Gewichten), bei denen parallel die Griffkraft entwickelt wurde. Das Trainingsprogramm wurde in folgende Zyklen gegliedert: - Einleitungszyklus (Tabelle 1) Beginn im September, Dauer acht Wochen, gedacht als Vorbereitungszyklus,damit sich die Sportler an die folgenden Anforderungen gewöhnen und sich mit den Übungen vertraut machen, alle zwei Wochen wird die Zahl der Wiederholungen der Trainingsübungen verändert, was zu veränderten Trainingsumfängen und -intensitäten führt, das Hauptgewicht wird auf Gewichtheberübungen und auf komplexe Übungen unter Einbeziehung vieler Gelenke mit freien Gewichten gelegt, - Kraftzyklus 1 (Tabelle 2) Beginn Mitte Oktober, Dauer sechs Wochen, die Sportler müssen die maximale Widerholungszahl schon in der ersten Serie ausführen, danach wird die Last erhöht, die Pausen werden auf 3 Min. beim Stoßen und Reißen verlängert, bleiben ansonsten aber bei zwei Minuten, die Bewegungsgeschwindigkeit beim negativen Teil der Hebung wird leicht erhöht (2 Sek. hoch, 2 Sek. runter), die Wiederholungszahl wird von 6 auf 4 verringert für die Kernübungen und auf 6 Wiederholungen für die ergänzenden Übungen, es wird weiterhin viel mit Gewichtheberübungen gearbeitet, um quadriceps, Kniebeuger, gluteus, abdominale und Lendenmuskeln anzusprechen, - Kraftzyklus 2 (Tabelle 3) Beginn Ende Dezember, Dauer 6 Wochen, gekennzeichnet durch eine höhere Trainingsintensität, Hauptziel Steigerung der Kraftfähigkeiten, die Wiederholungszahl wird auf drei bis fünf bei Gewichthebeübungen und auf 2 bis 4 bei den Kernhebungen reduziert, - Schnellkraftzyklus (Tabelle 4) schon die erste Serie wird mit hoher Intensität absolviert, bevor bei der zweiten Serie mit einem höheren Gewicht gearbeitet wird, zwischen den Übungen liegt eine dreiminütige Erholungspause, Stoßen oder Reißen werden so explosiv wie möglich ausgeführt, die anderen Hebungen werden mit einem Tempo ausgeführt, das die geplante Wiederholungszahl erlaubt, die Wiederholungszahl bleibt bei 2 bis 4 bei Gewichtheberübungen, die Anzahl der Serien wird auf sechs erhöht, die Hebungen werden unter Zeitvorgaben absolviert, wobei die Schnellkraftfähigkeiten speziell entwickelt werden sollen, in diesem Zyklus werden plyometrische Übungen und Wiederstandsübungen erstmals ausgeführt - Ausdauer-Kraft-Zyklus (Tabelle 5) ,Beginn Ende März, Dauer 6 Wochen, Schwerpunkt ist die Entwicklung der muskulären Ausdauer, beim Stoßen und Reißen werden Lasten gewählt, die in der ersten Serie gut bewältigt werden können, für Hebungen unter Zeitvorgabe werden Lasten gewählt, die bei allen Serien gut bewältigt werden können, die Erholungspausen werden auf 1 bis 1,5 Minuten beim Reißen und Stoßen sowie auf auf eine Minute bei allen anderen Übungen verkürzt , die Wiederholungszahl wird auf drei bis fünf beim Reißen und Stoßen und auf 12 bis 15 bei allen anderen Übungen erhöht, das plyometrische Training wird weiterhin durchgeführt - Kraft-Ausdauer-Zyklus (Tabelle 6) wird als Phase der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung betrachtet, die Last für das Stoßen und Reißen wird so gewählt, das die geforderte Wiederholungszahl der ersten Serie in guter Qualität ausgeführt werden kann, bevor die Last erhöht wird, für die Hebungen mit Zeitvorgabe wird die Last so gewählt, daß alle Hebungen mit guter Qualität und unter Einhaltung der Zeitlimits absolviert werden können, die Erholungspausen werden beim Reißen und Stoßen auf zwei Minuten verlängert, bei allen anderen Übungen bleiben sie bei einer Minute, die Übungen Reißen und Stoßen werden mit maximaler Explosivität ausgeführt, die Wiederholungszahl wird beim Reißen/Stoßen gesenkt, dazu wird ein sog. Komplextraining durchgeführt, bei dem der Sportler die bereits ermüdete Muskulatur zu explosiven Leistungen einsetzen muß.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Kampfsportarten
Veröffentlicht in:Strength and Conditioning Journal
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1996
Ausgabe:Colorado Springs 18(1996)5, S. 54 - 61, 7 Tab., 14 Lit.
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel