4074885

Leipziger Sportwissenschaftliche Beiträge - Schwerpunktthema: Sport- und Bewegungswissenschaft in Aus- und Weiterbildung

Im Zuge der Corona-Pandemie hat sich auch die Lehre in den Sport- und Bewegungswissenschaften an Universitäten und Hochschulen seit dem Sommersemester 2020 mitunter stark und nachdrücklich verändert. Vieles konnte digitalisiert werden - Präsenzlehre hat nur bedingt stattgefunden. Nicht nur im Zuge dessen, sondern auch bereits davor haben sich verschiedene Lehrformate in diesem Kontext entwickelt (e. g. Blended Learning, Service Learning, Seiteneinsteiger-Programme, praxisorientierte Semester etc.). In diesem Themenheft werden verschiedene Formate, aber auch Standpunkte und konstruktive Kritik im Kontext Lehre in der Sport- und Bewegungswissenschaft in Aus- und Weiterbildung zusammenzutragen und diskutiert. Das Heft beginnt mit Beiträgen zur Digitalisierung. Mit seiner Analyse zu digitalen Kompetenzen im Lehramtsstudium weist Martin Dobiasch auf eine Lücke in der Ausbildung von Lehrpersonen für das Unterrichtfach Sport hin. Karin Eckenbach und Michael Pfitzner präsentieren die Ergebnisse eines Lehrprojektes in der Sportlehrkräftebildung. Dabei liegt der Fokus auf der Kooperationskultur und den Potentialen durch digitale Tools. Die Autor*innen haben die Einstellungen der Studierenden in einer Prä-post Studie erfasst. Wir bleiben beim Thema Digitalisierung und zwar bei der Bildungskonsole Internet? Katharina Pöppel und Janik Schluroff präsentieren ihre videobasierte Evaluation zweier Lernplattformen und kommen zu dem Schluss, dass fachpraktische digitale Sportlehre einseitig erfolgt und fordern einen ganzheitlichen Bildungscharakter von Sport zu forcieren. Helena Sträter und Iris Steggemann stellen die Ergebnisse Ihrer Erhebung zu "Blindenskiguiding im sportwissenschaftlichen Lehramtsstudium vor und widmen sich damit einem Thema, dass im Hochschulkontext zukünftig mehr Beachtung geschenkt werden sollte. Einen wichtigen Beitrag zu einem noch zu wenig beachteten Thema steuern Nicola Böhlke und Johannes Müller diesem Band bei. Sie beschäftigen sich mit dem Umgang sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Sportunterricht. Mit Ihrer qualitativen Untersuchung ziehen sie Rückschlüsse auf die Rekonstruktionen der Handlungs- und Begründungsmuster von Sportlehrkräften. Geschlechtliche Vielfalt wird häufig als "Hinterbühnenproblematik" wahrgenommen sowie überwiegend problem- und einzelfallorientiert behandelt. Was das für die Sportlehrkräftebildung bedeutet wird im Beitrag erörtert. Von der Hochschule in die Schule - in die gymnasiale Oberstufe. Thomas Wendeborn, Robert Zetzsche und Jeffrey Sallen stellen in ihrem Beitrag Sichtweisen beteiligter Institutionen vor, die an diesem Schulversuch zur Unterstützung sportlicher Begabungsförderung beteiligt sind. Es geht hierbei sowohl um die optimale Entfaltung schulischer als auch sportlicher Leistungspotenziale und die Umsetzung des Additiven Abiturs. Die Initiierung und praktische Umsetzung des Additiven Abiturs wird aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Zusätzlich zum Themenschwerpunkt Aus- und Weiterbildung folgen Beiträge zu weiteren Themen (e. g. 360°-Videotechnologie im Sport, digitale Tools im Fußball, Bezahlung im Amateurfußball, Karriereentwicklung internationaler Alumni durch ein Weiterbildungsstudium in Deutschland) und eine Buchrezension: Philipp Rosendahl und Ingo Wagner präsentieren mit ihrem systematischen Review die Einsatzbereiche und Potenziale der 360°-Videotechnologie im Sport. Sie leiten Chancen zur Implementierung als Lehr-Lernmedium im Sport ab und stellen besonders die motivationalen Effekte sowie die authentischen und immersiven Lernerfahrungen heraus. In die Generation Z führen Julia Knopf, Alexander Hodeck und Michael Kleinjohann mit ihrer empirischen Analyse zum Einsatz digitaler Tools in Fußballstadien. Sie bearbeiten die These, dass für die digital sozialisierte Generation Z auch zukünftig noch Fußballspiele live im Stadion interessant bleiben, wenn Sportstätten digitale Tools als Mehrwert einsetzen, um gegenüber Internet und V-Medienangeboten konkurrenzfähig zu bleiben. Ein sog. "heißes Eisen" fasst Tim Frohwein mit seiner Recherche und Aufarbeitung zum Thema "Geld im Amateurfußball" an. In seinem Beitrag stellt er die ersten Ergebnisse seiner Online-Befragung zur Bezahlung im Amateurfussball vor. Zwischen Oktober 2020 und Januar 2021 haben über 10.000 Spieler*innen teilgenommen. Die qualitative Studie von Michael Fuchs, der die Karriereentwicklung durch ein Weiterbildungsstudium in Deutschland von Alumni aus Chile und Uruguay untersuchte, wurde erstmals im Rahmen des wissenschaftlichen Wettbewerbs der Sportwissenschaftlichen Fakultät 2019 vorgestellt. Der Band schließt mit einer Rezension von Albrecht Hummel zur dritten, völlig neu bearbeiteten Auflage des interdisziplinären Studienmaterials "Sport verstehen- Sport erleben" von Hartmann, Minow, & Senf (2020) und Mitautorin Petra Tzschoppe. Wir wünschen Ihnen viel Neugierde, neue Erkenntnisse und Spaß beim Lesen. Unser Dank gilt den Autor*innen und Gutachter*innen, die zum Gelingen der vorliegenden Ausgabe der LSB zu Aus- und Weiterbildung in den Sport- und Bewegungswissenschaften an Universitäten und Hochschulen beigetragen haben. (Almut Krapf & Margot Niessen)
© Copyright 2021 Leipziger Sportwissenschaftliche Beiträge. Lehmanns Media. Veröffentlicht von Lehmanns Media. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Freizeitsport Ausbildung und Forschung Schulsport
Tagging:digital Blinde
Veröffentlicht in:Leipziger Sportwissenschaftliche Beiträge
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Berlin Lehmanns Media 2021
Online-Zugang:https://www.lehmanns.de/isbn/9783965433137
Jahrgang:62
Heft:2
Seiten:208
Dokumentenarten:Buch
Level:mittel