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Geisterspiele im Fußball. Zur Macht von Atmosphären im Sport

Die Corona-Pandemie hat alle gesellschaftlichen Teilbereiche im Jahr 2020 massiv in Mitleidenschaft gezogen, darunter auch den Sport. Im organisierten Amateursport wie auch im Profisport äußerte sich das unter anderem darin, dass der Sportbetrieb zeitweise komplett stillgelegt war. Im professionellen Sport behalfen sich einige Verbände damit, dass sie ihre Wettkämpfe ohne Zuschauer vor Ort veranstalteten. In den Spielsportarten hat sich im deutschsprachigen Raum für solche Wettkämpfe vor leeren Rängen der aus dem Fußball stammende Begriff "Geisterspiel" etabliert. Obwohl es Geisterspiele nicht nur im Fußball schon seit Langem gibt, hat sich die Sportwissenschaft damit kaum befasst. Publikationen zu Geisterspielen Finden sich vereinzelt unter juristischen Gesichtspunkten (Nolte 2020) oder hinsichtlich der Frage, welchen Einfluss Geisterspiele auf den so genannten Heimvorteil haben (Fischer und Haucap 2020), darüber hinaus sind sie jedoch nicht Gegenstand sportwissenschaftlicher Untersuchungen. Dass dies ein Versäumnis ist, soll mit diesem Beitrag anlässlich der coronabedingten Geisterspiele im professionellen Fußball zumindest angedeutet werden. Die These lautet: Am Beispiel von Geisterspielen lasst sich eindrücklich die Macht von Atmosphären im Sport beleuchten. Der Text plädiert entsprechend dafür, Atmosphären als sportwissenschaftlichen Untersuchungsgegenstand ernst zu nehmen, handelt es sich hierbei doch um ein omnipräsentes Phänomen des Sports.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Leitung und Organisation Organisationen und Veranstaltungen Sozial- und Geisteswissenschaften
Tagging:Coronavirus
Veröffentlicht in:Sport und Gesellschaft - Sport and Society
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2020
Online-Zugang:https://doi.org/10.1515/sug-2020-0020
Jahrgang:17
Heft:2
Seiten:319-326
Dokumentenarten:Artikel
Level:mittel