Verletzungen und Überlastungsschäden im Fußball - Wie hoch ist die Evidenz?

(Acute and overuse injuries in soccer - What about the evidence level?)

Hintergrund: In den letzten Jahren sind zahlreiche Studien zu gesundheitsschädigenden Ereignissen (gsE) im Fußball erschienen. Ziel dieser Arbeit war, neben der Einordung der Studien nach ihrer Evidenz, die Datenlage in Bezug auf Probandenzahl, Athletenstatus, Geschlechterverteilung und Genese von gsE im Fußball zu untersuchen. Methodik: Für den Zeitraum von 1976-2011 wurden die Datenbanken MEDLINE, EBMR und SPOLIT auf Arbeiten mit den Schlüsselwörtern/-kombinationen: Fußball, Verletzungen, Schäden, Training und Spiel durchsucht. Dabei wurden 644 initial potenziell relevante Artikel gefunden, aus denen anhand des QUORUM-Statements 78 potenziell relevante Artikel hervorgingen, denen ein EVIDENCE BASED LEVEL (EBL) zugeordnet wurde. Da eine metaanalytische Auswertung aufgrund der Studienheterogenität nicht möglich war, wurden die Ergebnisse gewichtet ausgewertet und deskriptiv dargestellt. Ergebnisse: 23% der Arbeiten waren dem EBL 2a-2c zuzuordnen, 27% dem EBL 3a und 3b und 50% dem EBL 4 und 5. Insgesamt erfassten die Arbeiten 22294 Männer und 2375 Frauen; 87% der Männer und 29% der Frauen gehörten dem Profibereich an. Mit der Kontakt-/Nichtkontaktgenese von gsE befassten sich 7 verwertbare Arbeiten mit insgesamt 8011 gsE bei Männern und 6 Arbeiten mit 1055 gsE bei Frauen. Bei Männern wurden die gsE zu 46% (Frauen 72%) durch Kontakt- und zu 54% (Frauen 28%) durch Nichtkontaktereignisse verursacht. Die Aufteilung in Verletzungen und Schäden wurde bei 9969 gsE bei Männern in 11 Arbeiten und bei 624 gsE bei Frauen in 5 Arbeiten untersucht. Im Mittel trugen beide Geschlechter deutlich häufiger Verletzungen (Männer 90%, Frauen 86%) als Schäden davon. Die Prävalenz der gsE bezogen auf Training oder Spiel wurde bei Männern in 11 Arbeiten mit 10078 gsE und bei Frauen in 4 Arbeiten mit 546 gsE untersucht. Bei Männern traten 35% der gsE im Training und 65% im Spiel, bei Frauen 60% der gsE im Training und 40% im Spiel auf. Schlussfolgerungen: Die Anzahl der in Studien inkludierten Athleten ist in Relation zur Zahl der Aktiven niedrig, Untersuchungen an Profispielern sind überrepräsentiert. Geschlechtsunspezifisch dominieren Verletzungen gegenüber den Schäden, geschlechtsspezifisch ist die Verteilung der gsE bezüglich ihrer Genese und ihres Auftretens in Training und Spiel. Das Evidenzniveau der Studien ist in Relation zur sozioökonomischen Bedeutung der Sportart niedrig; bei den Frauen ist die Evidenz der Studien
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:biological and medical sciences training science sport games
Published in:Sportverletzung Sportschaden
Language:German
Published: 2014
Online Access:http://doi.org/10.1055/s-0034-1385598
Volume:28
Issue:4
Pages:193-198
Document types:article
Level:intermediate