Spitzenfußball und Globalisierung

Despite the fact that global structures in top sports had already existed since the beginning of the 20th century, a strong national tendency was noticeable for a long time. However, processes of globalisation in the mid-nineties reduced the importance of the criteria of nationality significantly. The reasons were the change in entry conditions to the European club competitions on the one hand and, on the other hand, the so-called Bosman decision (1995), which declared invalid the restrictions in place at that time for foreigners for national associations. Sports clubs now had the opportunity to bring virtually as many foreign players into action as desired. In order to remain internationally competitive, the clubs had to recruit their players on the global market and try to solve the problem of world-wide market scouting with specific informational structures and methods. Considering the relation of the audience to the club, it surprisingly shows that the spectators can easily identify with multicultural squads, and that the nationality of players is rather unimportant. Thus, the distinctive criteria for the goodwill of the audience are rather the performance of the players and their commitment to their club. Obwohl der Spitzensport bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts über globale Strukturmuster verfügt, wies er dennoch lange Zeit starke nationale Prägungen auf. Mitte der 1990er-Jahre aber kam es zu Globalisierungsprozessen, die das Kriterium der Nationalität deutlich abgewertet haben. Auslöser waren zum einen die Veränderung der Teilnahmemöglichkeiten an den europäischen Vereinswettbewerben sowie zum anderen das so genannte Bosman-Urteil (1995), welches die bis dahin geltenden national-verbändlichen Ausländerbeschränkungen fur ungültig erklärt. Fur die Clubs wurde somit die Möglichkeit geschaffen, nahe- zu unbegrenzt ausländische Spieler zum Einsatz bringen zu können. Um weiterhin international konkurrenzfahig sein zu können, müssen die Clubs ihre Spieler verstärkt auf den globalen Spielermärkten rekrutieren. Das Problem der weltweiten Marktbeobachtung versuchen sie mit spezifischen Informations- und Sichtungsstrukturen zu lösen. Im Hinblick auf die Bindung des Publikums an die Clubs zeigt sich überraschenderweise, dass die Zuschauer sich problemlos mit den multinational besetzten Mannschaftskadern identifizieren konnen und die Nationalität der Spieler weitgehend unbedeutend ist. Vielmehr bilden vor allem deren Leistungen sowie ihre Einsatzbereitschaft fur den Club die entscheidenden Variablen für Publikumsgunst.
© Copyright 2005 Leipziger Sportwissenschaftliche Beiträge. Lehmanns Media. Veröffentlicht von Academia. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Leitung und Organisation Sportgeschichte und Sportpolitik Spielsportarten Sozial- und Geisteswissenschaften
Veröffentlicht in:Leipziger Sportwissenschaftliche Beiträge
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Sankt Augustin Academia 2005
Ausgabe:Sankt Augustin 46(2005)2, S. 50-62
Jahrgang:46
Heft:2
Seiten:50-62
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch