Sportosteopathie. Myofasziale Ketten bei Überlastungssyndromen
Es liegt im Wesen des Sports, dass es zu einer physiologischen und dynamischen Beanspruchung des neuromuskulären und des energetischen Systems des sich bewegenden Körpers kommt. Das ist gewollt, beinhaltet gleichzeitig aber auch das Risiko, dass es bei fehlerhaften Belastungen im Training und/oder Wettkampf zu Überlastungen kommen kann. Diese manifestieren sich von Sportart zu Sportart sehr unterschiedlich, weshalb es auch nicht nur eine Methode für alle Sportarten bzw. sportlichen Aktivitäten geben kann, um ein Überlastungssyndrom zu diagnostizieren. In der Sport- und Trainingswissenschaft wie auch in verschiedenen Fachdisziplinen (wie der Sportmedizin, der Sportphysiologie, der Orthopädie und der Biomechanik) sind diagnostische Verfahren entwickelt worden, um die aktuelle sportliche Leistungsfähigkeit zu ermitteln - sowohl die allgemeine als auch die sportartspezifische. Darunter befinden sich eine Vielzahl sportmotorischer Verfahren, um konditionelle Fähigkeiten wie die Kraft, Ausdauer oder Beweglichkeit und koordinative Fähigkeiten und Fertigkeiten zu testen. Einige dieser Tests sind auch geeignet, um innerhalb sportostheopatischer Untersuchungen, die nach Bewegungseinschränkungen wie Gelenkblockaden, Adhäsionen, Muskelverkürzungen, Ptosen oder myofaszialen Problemen suchen, eingesetzt zu werden. Hier können Schwerpunkte in der Diagnose der Beweglichkeit und koordinativer Fähigkeiten wie der kinästhetischen Differenzierungsfähigkeit, der Kopplungsfähigkeit und der Gleichgewichtsfähigkeit gesetzt werden.
Hier zeigen die Autoren die hohe Beitragsfähigkeit der Osteopathie, um die aktive und passive Beweglichkeit zu diagnostizieren und davon abgeleitet Bewegungsreserven in den unterschiedlichen myofaszialen Wirkungsketten zu erkennen. Bereits zum Beginn der Präsentation ihres osteopathischen Konzepts für den Sport verdeutlichen die Autoren für elf Wirkungsketten von der tiefen Frontallinie und den Lateral- und Spirallinien über die oberflächliche Frontal-, Rücken- und rückwärtige Armlinie bis zur tiefen rückwärtigen Armlinie, der oberflächlichen und tiefen frontalen Armlinie und den funktionellen Rücken- und Frontallinien Faktoren, die zu einer spürbaren Bewegungseinschränkung führen können. Mit den im Anschluss vorgestellten verschiedenen Bewegungstests werden genau diese Wirkungsketten untersucht, um Aussagen beispielsweise zur Rumpfstabilität und der Symmetrie der Bewegungen, zur Körperspannung und aktiven Flexion und Flexion, zur Dehnungsfähigkeit und der Bewegungsamplitude, zur Mobilität der Brust- und Lendenwirbelsäule oder der Elastizität einzelner myofaszialer Ketten treffen zu können.
Der praktische Hauptteil zum Einsatz osteopathischer Methoden ist dann sehr stark sportartgruppen- bzw. sportartengerichtet. Das bedeutet, dass Besonderheiten der verschiedenen Sportartengruppen (wie den Ausdauer-, Kraft-Schnellkraft- oder den Kampfsportarten und in den Spielsportarten mit bzw. ohne Körperkontakt) die Grundlage dafür bilden, um einzuschätzen, an welchen neuralgischen Punkten osteopathische Methoden eingesetzt werden können. Dazu werden die typischen Belastungsmerkmale der Sportarten, typische Überlastungssyndrome und Verletzungen mit ihren primären Ursachen und Möglichkeiten einer osteopathischen Diagnostik dargestellt. Diese Präsentation umfasst eine bemerkenswert breite Spanne von möglichen Syndromen. Sie wurde auch bewusst sehr praxisnah angelegt und bleibt nicht bei der Diagnostik stehen. Dazu stellen die Autoren erste Behandlungsansätze vor, präsentieren in Wort und Bild funktionelle Mobilisationsübungen für die Hauptbelastungen, um gezielt gegen erkannte Mobilitätseinschränkungen vorgehen zu können. Das Bild eines gelungenen Praxisratgebers wird durch zwei Übersichten abgerundet, in denen Strukturen und Körperregionen mit besonderer funktioneller Bedeutung (mit Blick auf verschiedene Sportarten) grafisch dargestellt und zusammenfassend typische Schmerzsyndrome im Sport definiert werden.
© Copyright 2013 Veröffentlicht von Haug. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin |
| Tagging: | Osteopathie Überlastung |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Stuttgart
Haug
2013
|
| Seiten: | 150 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |