Fußball Torhüter. Das große Praxis-Handbuch für Spieler und Trainer
Torhüterinnen und Torhütern wird oftmals eine besondere Verantwortung für das sportliche Ergebnis ihrer Mannschaft zugeschrieben. Wenn ein Spieler des gegnerischen Teams zu einer torgefährlichen Situation kommt, diese von den Feldspielern des eigenen Teams nicht verhindert werden kann, sind sie es, auf denen alle Hoffnungen ruhen, die gemachten Fehler der Vorderleute noch auszubügeln. Andererseits sind ihre Fehler kaum noch zu korrigieren und münden oftmals im gegnerischen Torerfolg.
Aus dieser Sonderstellung heraus definieren sich Torhüter sowohl im technischen und taktischen Bereich als gute bis sehr gute Fußballspieler mit der sicheren Beherrschung sehr unterschiedlicher Fußballtechniken mit dem Ball, die auf alle Mannschaftsmitglieder zutreffen, und über spezifische, typische Torhütertechnik in der Abwehr von Bällen, aber auch in der Spieleröffnung mit nur ihnen zur Verfügung stehenden Techniken (zum Beispiel dem Abwurf oder dem Handabschlag). Insofern sind Torhüter einerseits die letzten Abwehrspieler, andererseits aber auch die ersten Angriffsspieler. Viele ihrer Aktionen müssen sie unter Bedingungen ausführen, in den Raum und Zeit knapp sind, in anderen Situationen werden sie bedrängt oder müssen Aktionen der Stürmer antizipieren. Strafstöße gegen das eigene Team wiederum stellen eine ganz besondere Stresssituation dar, auf die es sich vorzubereiten gilt.
Doch es sind nicht nur diese Stressbedingungen, die hohe Anforderungen an das Leistungsvermögen von Torhütern stellen, er muss auch eine sehr gute Beobachtungsgabe besitzen und diese ständig weiterentwickeln. Torhüter haben das gesamte Feld vor sich, sehen die Entwicklung von Spielzügen, müssen ihre Position dieser ständig neu anpassen und auch aktiv im Verbund mit ihren Mannschaftskollegen mitspielen. Von ihnen wird auch erwartet, dass sie die ihnen zugestandenen besonderen Rechte im "handballerischen" Umgang mit dem Spielgerät entsprechend in Abwehr und Spielaufbau nutzen.
Thorsten Albustin hat aus all diesen und weiteren Aspekten eine Leistungsstruktur von Torhütern im Fußball entwickelt, die sich insbesondere im Jugendbereich aus den Faktoren Spiel auf der Torlinie, Flankenspiel, Spielintelligenz, Physis, Spiel 1 gegen 1, fußballerische Leistungsfähigkeit/Spieleröffnung und Mentalität zusammensetzt. Jeder dieser Leistungsfaktoren ist wiederum in unterschiedliche Elemente untergliedert, die im Training entsprechend ausgebildet und weiterentwickelt werden müssen. Da gilt es, die Konzentrations-, Aktions- und Reaktionsschnelligkeit zu entwickeln, die Fang- und Faustabwehrtechnik, aber auch die allgemeine Schnelligkeit und Beweglichkeit. Torhüter müssen ein sehr gutes taktisches Verständnis besitzen, müssen eine sehr gute und flexibel in schnell wechselnden Situationen einzusetzende fußballerische Technik besitzen, müssen über eine ausgeprägte psychische Stabilität verfügen, sollen aber auch ihre Mitspieler dirigieren und motivieren können.
Und für all diese Teilbereiche präsentiert der erfahrene Torhüterausbilder sein Ausbildungskonzept. Dies ist aber nicht nur eine Übungssammlung (auch wenn es natürlich Trainingsideen für den frontalen und seitlichen Flachschuss, den seitlichen Hechtsprung, das Flankenspiel, den Abwurf oder typische 1:1-Situationen gibt) zu den Themen Aufwärmen, Entwicklung konditioneller und koordinativer Fähigkeiten und Fertigkeiten oder zu Taktiksystemen im Fußball, auch wenn diese wichtigen Bereiche natürlich nicht ausgeblendet werden. Thorsten Albustin macht auch deutlich, wie im Training und Wettkampf mit Torhütern gearbeitet werden sollte, welche psychischen und Persönlichkeitseigenschaften wie entwickelt und gefestigt werden können, wie eine effektive und notwendige Kommunikation zwischen Torhütern und ihren Trainern aussehen sollte, um den Anforderungen an ein modernes Fußballtorhüterspiel gerecht werden zu können. Der Autor gibt dazu viel von seinem Erfahrungsschatz weiter, präsentiert spezifische Hilfsmittel zur Analyse des Torhüterspiels im Spiel (wie auch für eine längerfristige Saisonanalyse) und einen Torwarttest. Und so entsteht eine informative und umfassende Lektüre, die Trainern und Übungsleitern wie auch den Torhütern selbst neue Einblicke in das sportliche Leben und die spezifischen Herausforderungen der "letzten" Frauen und Männer auf dem Fußballplatz geben können.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | sport games training science |
| Language: | German |
| Published: |
München
Copress
2011
|
| Edition: | München: Copress, 2011.- 184 S. |
| Pages: | 184 |
| Document types: | book |
| Level: | intermediate |