Koordinative Anforderungsprofile ausgewählter Sportarten. Analyse, Variationsprinzipien, Trainingsbeispiele zu Leichtathletik, Fußball, Judo, Alpiner Skilauf, Rudern
Wenn "früher" die Schule zu Ende war, zog es viele Mädchen und Jungen in den Städten wie auf dem Land zu den für sie attraktiven körperlich-sportlichen Freizeitaktivitäten. Der Bolzplatz oder einfach die unmittelbare Wohnumgebung waren dafür geeignet, wurden von den Kindern sportlich erobert und regelmäßig genutzt. Damit verbunden war ein beiläufiges Lernen und Vervollkommnen von Bewegungsformen, oftmals in sehr allgemeiner Form, manchmal aber eben auch schon unter Einbeziehung sportartspezifischer Anforderungen (Stichwort Straßenfußball).
Ein wissenschaftlich begründetes koordinatives Anforderungsprofil lag diesen Aktivitäten gewiss nicht zugrunde, noch erfolgte dieses "Training" systematisch. Mit den sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen gibt es diese Voraussetzungen für intuitives, inzidentelles Lernen nicht mehr in gleicher Weise. Zweifelsohne bieten aber Bildungseinrichtungen, Sportvereine oder auch die Familie immer noch einen Rahmen, in dem eine koordinative und konditionelle Ausbildung stattfinden kann und auch tatsächlich stattfindet. Außerdem liegen inzwischen verschiedenste sportwissenschaftliche Erkenntnisse zum koordinativen Training vor, die in sinnvolle und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördernde sportpraktische Konzepte überführt werden können.
Dies betrifft sowohl allgemeine Konzepte der koordinativen Ausbildung als auch sportartspezifische Konzepte mit ihren vielen Besonderheiten. Ausgangspunkt vieler Überlegungen dazu ist eine koordinative Anforderungsanalyse. Neumaier hat 2001 dazu einen sog. Koordinations-Anforderungs-Regler (KAR) entwickelt, in dem Informationsanforderungen (optisch, akustisch, taktil, kinästhetisch, vestibulär) und Druckbedingungen (Präzisions-, Zeit-, Komplexitäts-, Situations- und Belastungsdruck) als die entscheidenden koordinativen Anforderungskategorien zusammengeführt werden. Die sportartspezifische Ausprägung der unterschiedlichen Kategorien wiederum kennzeichnet das Anforderungsprofil und nimmt wesentlichen Einfluss auf die Gestaltung des Koordinationstrainings.
Im vorliegenden Band haben sich die Autoren auf dieser Grundlage mit verschiedenen koordinativen Anforderungsprofilen befasst. Dazu wurden Beispiele aus der Leichtathletik (Kurzsprint, 400-m-Hürdenlauf, Crosslauf, Flop-Hochsprung, Diskuswurf), aus dem Fußball (Tempodribbling, Verhinderung der Ballannahme nach Lauffinte, direkter Torschuss nach Zuspiel), aus dem Judo (Ura-nage), dem alpinen Skisport (Haarnadelkurve) und dem Rudern (Streckenschlag im Einerrudern) ausgewählt.
Ziel der Autoren war es einerseits, eine sportart- bzw. disziplinspezifische koordinative Anforderungsanalyse zu erstellen und andererseits auf dieser Basis ein vielfältiges, variationsreiches Koordinationstraining zu entwickeln. Dafür bieten die Beiträge eine Vielzahl sehr praktischer Beispiele zur Nutzung im Training.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Köln
Sportverlag Strauß
2009
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| Ausgabe: | Köln: Sportverlag Strauß, 2009. - 139 S. |
| Schriftenreihe: | Training der Bewegungskoordination, 2 |
| Seiten: | 139 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |