20 Jahre dvs-Kommission Fußball - Herausforderung für den Fußballsport in Schule und Sportverein. Beiträge und Analysen zum Fußballsport XVI, 21. Jahrestagung der dvs-Kommission Fußball vom 22.-24. November 2007 in Kamen-Kaiserau
Wenn die Kommission Fußball der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft ihr 20-jähriges Bestehen mit einer wissenschaftlichen Veranstaltung begeht, werden damit verschiedene Erwartungen verbunden. Natürlich erwarten die Teilnehmer und auch die Leser des Kongressbandes einen historischen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte und Entwicklung dieses wissenschaftlichen Gremiums in Deutschlands Sportart Nummer 1. Ebenso verbindet man damit die Erwartung an die Präsentation aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und Forschungsprojekte in Wissenschaftsdisziplinen wie der Trainingswissenschaft, der Sportpsychologie und Sportsoziologie. Angesichts dessen, dass es für den nationalen Fußballsport sowohl organisatorische Grundlagen in den vielen Sportvereinen gibt, aber auch die Fußballausbildung vielfach Gegenstand des Schulsport ist, kann man auch erwarten, dass diese Themengebiete entsprechend reflektiert werden. Gleiches gilt für aktuelle Einzelthemen wie Fußball und Fußballer mit Migrationshintergrund oder Motive für Mädchen, Fußball als ihre Sportart zu wählen. All diese Erwartungen werden von den Autoren bzw. Referenten der Veranstaltung im November 2007 in Kamen-Kaiserau erfüllt.
So werden im trainingswissenschaftlichen Kapitel die Grundlagen und Umsetzungskonzepte von Krafttraining präsentiert und diskutiert sowie die Möglichkeiten vorgestellt, die sich aus speziellen Trainingseinheiten mit inhaltlicher Orientierung auf Futsal (Hallenfußball auf dem Kleinfeld) ergeben.
Im soziologischen Teil geht es zum Beispiel um Teambuilding in Sportspielmannschaften sowie um die Ursachen für Drop-Out im Kinderfußball.
Dabei gelingt es ihnen auch, die Themen so zu präsentieren, dass die Lektüre spannend, bildend und zum Nachfragen oder auch Nachmachen anregend wirkt. Ein Beispiel dafür sind Untersuchungsergebnisse dazu, ob "Meisterlehren" wie "never change a winning team" oder "ein Gefoulter sollte niemals den nachfolgenden Elfmeter schießen" auf dem Hintergrund seriöser wissenschaftlicher Untersuchungen noch Bestand haben. Gleiches gilt zur integrierenden und auch deeskalierenden Wirkung, die von der Sportart Fußball ausgehen kann, wenn dafür geeignete Konzepte eingesetzt werden. Auch das Thema, wie ein nachwuchsleistungssportliches Training im Fußball sinnvoll und effektiv mit der schulischen Ausbildung verknüpft werden kann, welche Bildungsangebote dazu bereits bestehen und welche noch entwickelt werden müssten, wird aufgegriffen und kritisch wissenschaftlich beleuchtet. Und wer sich schon einmal die Frage gestellt hat, wer und warum den Vorsitz in einem leistungsorientierten Fußballverein übernimmt, der findet in einem Beitrag dazu sehr aufschlussreiche Informationen.
Wichtig ebenso die abschließende Diskussion am Beispiel von drei unterschiedlichen Konzepten (Ballschule Heidelberg, Konzept Fußball spielen - erleben - verstehen, Teaching games as active learning) aus Deutschland und den Niederlanden, mit welcher Vermittlungsstrategie junge Fußballspielerinnen und Fußballspieler im regelmäßigen Training ausgebildet werden sollen. Hier werden sowohl strukturorientierte und sportspielübergreifende Aspekte deutlich wie auch adressatenorientierte und sportartspezifische Elemente, die sinnvoll verknüpft werden müssen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Spielsportarten Trainingswissenschaft Nachwuchssport Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hamburg
Czwalina
2009
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| Ausgabe: | Hamburg: Czwalina, 2009.- 221 S. |
| Schriftenreihe: | Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft, 193 |
| Seiten: | 221 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |