Fouls und Regelwidrigkeiten im Spitzenfußball

In dem vorliegenden Bericht wurde im Rahmen einer Feldstudie mit der Methode der Spielbeobachtung aggressives Verhalten im Spitzenfußball analysiert. Die Ergebnisse stützen durchweg lerntheoretische Aggressionsmodelle. Im einzelnen ist festzuhalten: Das Foulverhalten von Siegern und Verlierern unterscheidet sich nicht signifikant voneinander. Ebenso wenig gibt es Unterschiede zwischen den Spielen, die unentschieden enden und denen, in denen es einen Sieger gibt. Im zeitlichen Verlauf der Spiele zeigt sich, daß die Foulhäufigkeit jeweils zu Beginn der Halbzeiten am größten ist. Am deutlichsten fällt das Ergebnis für die räumliche Verteilung der Fouls auf: Im hinteren Mittelfeld wird mit Abstand am häufigsten gefoult, am seltensten sind Fouls im Angrffsviertel. Die Wirkung von Gelben Karten konnte hoch signifikant belegt werden, nach der ersten Verwarnung nahm die Foulhäufigkeit der betroffenen Mannschaft erheblich ab. Zwischen den Mannschaften verschiedener geographischer Herkunft wurden keine nennenswerten Unterschiede bezüglich der Foulhäufigkeit nachgewiesen. Im Untersuchungszeitraum 1974-1988 konnten entgegen der häufig geäußerten Meinung einer zunehmenden Brutalisierung des Fußballsports die Autoren keine interpretierbaren Tendenzen dieser Art feststellen. Die Ergebnisse sind durch nachfolgende empirische Untersuchungen abzusichern.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften Spielsportarten
Veröffentlicht in:Leistungssport
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 1991
Ausgabe:21(1991)3, S. 28-30
Online-Zugang:https://open-archive.sport-iat.de/ls/1991_3_28-30_Gerisch.pdf
Jahrgang:21
Heft:3
Seiten:28-30
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch