Fußball - Ökonomie einer Leidenschaft
Dieser Sammelband enthält Erkenntnisse, Ergebnisse und Berichte und Beiträge auf der Jahrestagung des Arbeitskreises Sportökonomie e.V. in Magglingen im Mai 2007.
Eine Dreiteilung wird bei den Berichten vorgenommen. Aktuelle Managementprobleme im Profi-Fußball werden im ersten Teil betrachtet. Im nächsten Abschnitt wird die UEFA EURO 2008 TM thematisiert und im letzten Buchteil werden hauptsächlich Determinanten des sportlichen Erfolgs betrachtet.
Eingangs wird der Sportverein als Hybridorganisation betrachtet, die nicht mehr nur grundsätzlich als eingetragene Vereine (e.V.) im Sportleben zu finden sind, da der Sportverein durch Ökonomisierungstendenzen immer öfter mit einem Dienstleistungsunternehmen zu vergleichen ist. Die Non-Profitorganisation bietet (lt. Prof. C. Rasche) mehrere Ansatzpunkte zur Ausgestaltung: den Market-based-view, den Competence-based-view, den Finance-based-view und schließlich auch den Social-based-view. Auch darauf aufbauend wird eine Betrachtung zur Vermarktung des Frauenfußballs in Deutschland beschrieben. Nicht nur die reinen ökonomische Grundlagen sind hier zu beachten, denn das Produkt Frauenfußball muss sowohl in der Zuschauer-, aber auch der Sponsoren- und Mediengunst positioniert werden um Erfolg zu versprechen. Gerade die Ergebnisse einer Untersuchung zu Determinanten einer Nachfrage nach Fußballhighlights im Free-TV zeigt, dass nicht nur die sportlichen Faktoren ausschlaggebend sind. Die Jahreszeit, die Wetterbedingungen und der Sendungsbeginn sind nachweislich Determinanten die das Produkt Free-TV-Übertragung und deren Nachfrage deutlich beeinflussen. Sportliche Faktoren wie der zu erwartende Torerfolg und emotional bedeutsame Spiele sind deutlich bedingende Nachfragedeterminanten. Die Fanidentität ist gerade für solch bedeutsame Spiele, aber auch für den normalen Ligabetrieb von enormer Bedeutung. Bei einer Untersuchung zu Fanidentitäten sind für Sponsoren Implikationen abgeleitet worden, die erkennen lassen dass u.a. eine historische Verbundenheit zum Club wichtiger ist als eine kurzfristige Szeneunterstützung (z.B. Red Bull). Des Weiteren hängt für den Sponsorenerfolg ab, wie gut und vor allem interpretierbar die Passfähigkeit zwischen Sponsor und Fußballclub ist. Eine zunehmende Kommerzialisierung - hin zum globalen Fußballverein - ist der beherrschende negative Faktor, der die Identität zwischen Verein und Fan am stärksten beeinflusst. Dies wird auch im durch eine weitere Analyse des Heimvorteils bei Fußballspielen (am Beispiel der Türkischen Super Liga 2004/05) verdeutlicht. Wie stark die Identität der Fans die Betriebserfolgsumsatzrentabilität beeinflussen kann zeigt dann die Untersuchung zu den "Supporter Trusts" in der Premier League und den Auswirkungen des "Taylor-Effects" für die Regulierung und die Erfolgswahrscheinlichkeiten in Englischen Fußballclubs. Im Gegensatz dazu werden die Erfolgschancen von Private-Equity-Investments im Fußball untersucht. Warum also private Investoren zu Fußballengagements greifen. Doch nicht nur die Finanzgruppierungen, sondern auch Teamentwicklung im Sport, speziell in Fußballmannschaften wird in den Vordergrund der Betrachtungen gerichtet. Hier kommt klar zum Ausdruck, dass auch ein gut funktionierendes Mannschaftsgefüge neben monetären und soziodemografischen Aspekten wichtig ist. Eine Zielkongruenz muss hergestellt werden, damit mit dem sportlichen Erfolg gleichzeitig der monetäre einhergeht.
Betrachtungen zu den wirtschaftlichen (u.a. Infrastrukturinvestitionen, Kosten-Nutzen-Analyse des Baseler St. Jakob-Parks) und medialen Auswirkungen der UEFA EURO 2008TM für die Schweiz werden genauso vorgenommen, wie eine Untersuchung zu den "Socioeconomic Determinants of Football Success", die zeigt, dass größere und finanziell gut ausgestattete Städte eine höhere Chance haben, erfolgreiche Fußballklubs zu beherbergen.
Abschließend gibt es eine Betrachtung aus dem Biathlonsport zu Determinanten der Schießperformance im Einzelrennen, denn Biathlon hat sich zu einer der populärsten Wintersportarten entwickelt und zieht TV-Marktanteile von über 50% auf sich.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Spielsportarten Sozial- und Geisteswissenschaften Sportgeschichte und Sportpolitik Leitung und Organisation |
| Sprache: | Deutsch Englisch |
| Veröffentlicht: |
Schorndorf
Hofmann Verlag
2009
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| Ausgabe: | Schorndorf: Hofmann, 2009.- 372 S. |
| Schriftenreihe: | Sportökonomie, 10 |
| Seiten: | 372 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |