Die Zukunft des Fußballs ist weiblich. Beiträge zum Frauen- und Mädchenfußball
Die Entwicklung des internationalen Frauenfußballs wie auch der Sportart in Deutschland ist eine der großen sportlichen Erfolgsgeschichten des letzten Jahrzehnts. Die Skepsis der männlichen Zunft gegenüber den sportlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit dem runden Leder ist längst einer breiten Anerkennung der Leistungen der Mädchen und Frauen gewichen. Die Medien haben den Frauenfußball genauso "entdeckt" wie die Zuschauer, die inzwischen Stadien bei Bundesliga- oder Länderspielen füllen. 2004 waren nicht weniger als 850.000 Mädchen und Frauen aktive Fußballspielerinnen. Die Gesamteinschätzung des aktuellen Entwicklungsstands wie auch der noch in der Sportart "schlummernden" Potenzen führte zum 1. Frauen- und Mädchenfußballkongress Deutschlands im April 2005 in Köln. Dieser präsentierte ein breites Spektrum an interessanten Erkenntnissen zur aktuellen Entwicklung der Sportart in Deutschland, initiierte Diskussionen zu möglichen Entwicklungsschritten und unterstrich die spezifischen Möglichkeiten und Anforderungen des Frauenfußball aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Blickwinkeln. So belegen Untersuchungen Osnabrücker Wissenschaftler um Christian Wopp Zum "Zukunftsfaktor Frauenfußball" besondere Bedürfnisse beim Frauenfußball. Während bei jüngeren Spielerinnen (14 bis 20 Jahre) die Betonung der physischen und psychischen Stärken im Vordergrund stehe (Durchsetzungsfähigkeit, Ehrgeiz, Selbstbewusstsein), seien für ältere Spielerinnen (26 bis 32 Jahre) Aspekte sozialen Miteinanders (Teamfähigkeit, Toleranz) von Bedeutung. "Zu bedenken ist, dass viele Spielerinnen das Fußballspiel wegen der Verletzungsgefahr aufgeben. Für Frauen über 35 sollte sowohl eine "körperlose" Variante des Fußballspiels als auch die Verbindung des Fußballspiels mit den Themen Gesundheit, Fitness und Ausdauer angeboten werden", fordern die Osnabrücker Trendforscher. "Damit die Fußball-Zukunft weiblich wird, müssen die Spielformen den Sportwünschen der Frauen angepasst werden."
Weitere interessante Themen sind in den anderen Referaten enthalten, die im Band abgedruckt sind:
C. Kugelmann: Fußball - eine Chance für Mädchen und Frauen
M.-L. Klein: Wirtschaftliche Aspekte des Frauenfußballs in Deutschland
I. Hartmann-Tews: Personalentwicklung, Qualifizierung und Gender-Mainstreaming in Sportorganisationen
R. Naul: Talentförderung im Mädchenfußball: Wege und Probleme
D. Kurtz: Fußball für Mädchen in der Schule
Deutlich wird, dass der Fußball inzwischen bei weitem nicht mehr eine Domäne der Männer ist. Mädchen und Frauen spielen gerne Fußball und die Verantwortlichen in Vereinen, Verbänden und anderen Institutionen sind aufgefordert, diese Chance zu erkennen und ein Angebot zu entwickeln bzw. zu qualifizieren, das den Anforderungen der Sportlerinnen entspricht, nachhaltig ist (siehe dazu den Beitrag zur Talentförderung) und die vielfältigen Chancen in der Zukunft erkennt, sie aufgreift und bewusst mit- und weiterentwickelt. dazu bieten die Beiträge ein reiches Angebot an Diskussionsstoff, Ideen und Anregungen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Spielsportarten Theorie und gesellschaftliche Grundlagen Sozial- und Geisteswissenschaften |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Aachen
Meyer & Meyer
2007
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| Ausgabe: | Aachen: Meyer & Meyer, 2007. - 126 S. |
| Seiten: | 126 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |