Entwicklungstendenzen im Sport

Der Sport als gesellschaftliches Phänomen im facettenreichen Kanon von Kultur, Medien, Bildung, Gesundheit, Politik oder Wirtschaft hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten eine anerkannte, geschätzte und manchmal auch bewunderte Position "erkämpft". In seinen verschiedenartigen Spielarten erreicht er viele Menschen, sei es mit dem aktiven organisierten Sport in Vereinen, dem Schulsport, dem Fitnesssport im Studio oder outdoor gemeinsam mit der Familie, in einer Wandergruppe oder mit Freunden, aber auch in seiner passiven Ausprägung als Zuschauer in der Sporthalle, an der Skiloipe oder im Stadion, nicht zuletzt auch vor den elektronischen Medien Fernsehen, Radio, Internet oder auch Handy - Sport ist "in" und interessiert, je begeistert alle Altersgruppen und soziale Schichten der Gesellschaft. Dass der Sport diese Rolle spielen kann, hat ursächlich etwas mit seiner Entwicklung zu tun, die sich im Zuge der Zunahme von Gesundheitsbewußtsein, größeren Freizeitbudgets, der Erweiterung von Sportangeboten oder einer rapiden Medialisierung von Sportereignissen vollzogen hat. Dies wiederum hat zu einem spürbar gestiegenen Interesse in der (Sport)wissenschaft udn Sportpraxis, aber auch in der (Sport)Politik geführt, mehr über die vollzogenen Entwicklungen zu erfahren und auch einen wissenschaftlich gesicherten Blick in die Zukunft des Sports zu werfen. Die Sportsoziologie hat sich dieser Aufgabe mit großem Engagement angenommen, galt und gilt es doch, eine Vielzahl neuer Entwicklungen zu erfassen, zu analysieren, besser in ihrer gesellschaftlichen Komplexität zu verstehen und letztlich daraus Schlußfolgerungen und Empfehlungen abzuleiten, die wiederum in praktische Handlungsstrategien münden können. Im vorliegenden Sammelband hat die Forschungsgruppe um Prof. Otmar Weiß am Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien wichtige Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Studien zu Entwicklungstendenzen im modernen Sport zusammengetragen. Dabei sei darauf verweisen, die die Forschungsarbeit in enger Kooperation mit der Österreichischen Bundes-Sportorganisation erfolgte, und so ein sehr enger Praxisbezug gesichert werden konnte. Unter soziokulturellen, sozialhistorischen und sportwissenschaftlichen Betrachtungswinkeln wurden Fragen der Alltagskultur, der Geschichte, Gesundheit und Identität in ihrem Wechselspiel mit Strukturen und Prozessen des Sports (primär in Österreich) im gesellschaftlichen Wandel untersucht. Dabei werden Themen wie Kommerzialisierung, Technisierung und Diversifizierung des Sports genauso angesprochen wie Probleme und Möglichkeiten des Einsatzes sportlicher Aktivitäten für die Gesundheitsfürsorge oder sich wandelnde Werte im Zusammenhang mit dem Sport. Sehr interessante Bezüge zu Entwicklungen in Österreich werden auch in Beiträgen zu Entwicklungsprozessen im Fußball und Tennis wie auch zu den nationalen Sporthelden in unterschiedlichen historischen Zeitabschnitten. sehr aktuelle Bezüge zur Diskussion der Gegenwart und Zukunft des Sports in Deutschland finden sich im abschließenden Beitrag, in dem Fragen nach der Abgrenzung (?) zur Unterhaltungsindustrie diskutiert, Entwicklungen vom Teamsport zum Individualsport angesprochen oder auch die Gefahren des Gendopins analysiert werden. Insgesamt bietet das Buch für alle, die sich für die Zukunft des Sports in größeren sozialen Kontexten interessieren eine sehr interessante Lektüre.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Theorie und gesellschaftliche Grundlagen
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Wien LIT 2007
Ausgabe:Wien: LIT, 2007. - 330 S.
Schriftenreihe:Sport und Gesellschaft, 2
Seiten:330
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch niedrig