Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Beinarbeitstechnik im professionellen Tischtennis
Einleitung
Im Tischtennis ist effektive Beinarbeit die Voraussetzung, um den Ball im optimalen Treffpunkt erfolgreich schlagen zu können (Malagoli Lanzoni et al., 2020). Ziel der durchgeführten Studie ist es, geschlechtsspezifische Unterschiede in den Beinarbeitstechniken zu analysieren, um Erkenntnisse über erfolgreiche Spielsysteme zu erhalten.
Methode
Mehr als 3.000 Beinarbeitsschritte (N = 11 Kategorien von Beinarbeitstechniken) professioneller Tischtennisspieler:innen wurden in N = 12 Spielen dokumentiert. Dafür wurden öffentlich zugängliche Videos von Tischtennisspielen analysiert, und die Beinarbeitstechniken kategorisiert. Es wurden sowohl alle Beinarbeitstechniken innerhalb eines Spiels für eine/n Spieler:in als auch die zuletzt durchgeführte Technik, die zu einem Punktverlust führte, analysiert.
Ergebnisse
Es wurden signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede bei den im Spiel durchgeführten Beinarbeitstechniken festgestellt, F(11, 12) = 3.427, p = .022, partial n² = .759, Wilk's lambda = .241: Fraien führten häufiger einen "Step Jump" (p = .019) und einen "Jump" ( p = .021) aus. Männer hingegen nutzten häufiger den "Jump Backward" (p = .024) und den "Running Step Sideways" (p = .041). In der Analyse der fehleranfälligen Beinarbeitstechniken gab es ebenfalls einen signifikanten Unterschied zwischen den Geschlechtern, F(10, 13) = 4.126, p = .010, partial n² = .760, Wilk's lambda = .240: Bei den Frauen erfolgte unmittelbar nach dem "Step Jump" häufiger ein Punktverlust (p = .025).
Diskussion
Die Ergebnisse bestätigten geschlechtsspezifische Unterschiede in den Spielsystemen. Horizontale Bewegungen (z.B. "Stepjump") könnten von weiblichen Spielerinnen als Strategie genutzt werden, um sich nah am Tisch für einen früheren Ballkontakt zu positionieren. Grund dafür könnten die geringere Unterarmbeschleunigung und die höhere Reaktionsfähigkeit sein (Pradas et al., 2022). Dem gegenüber stehen vertikale Bewegungen (z. B. "Jump Backward") der Männer, um vom Tisch weiter entfernt zu agieren. Durch die höhere Unterarmbeschleunigung sind kraftvollere Topspin-Techniken aus der mittleren Entfernung möglich (Pradas et al., 2022).
© Copyright 2024 13. DVS-Sportspiel-Symposium - "Ludo, ergo sum - Vom Kinderspiel bis zum Leistungssport". Veröffentlicht von Universität Augsburg. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Spielsportarten |
| Tagging: | Vergleich Rückschlagspiele |
| Veröffentlicht in: | 13. DVS-Sportspiel-Symposium - "Ludo, ergo sum - Vom Kinderspiel bis zum Leistungssport" |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Augsburg
Universität Augsburg
2024
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| Online-Zugang: | https://assets.uni-augsburg.de/media/filer_public/73/02/7302604c-76c2-4f50-9711-05b92298faa5/abstractband_zum_13_dvs-sportspielsymposium_2024_in_augsburg.pdf |
| Seiten: | 56-57 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |