Lernverlaufsstudie zu Drehungen in der Rhythmischen Sportgymnastik unter Zugrundelegung des Leistungsfaktors Technik
Kürübungen in der attraktiven Rhythmischen Sportgymnastik werden als ein Mix von Kombinationstechniken, die wiederum Körper- und Gerätetechniken umfassen, "komponiert". Techniken mit höchstem sporttechnischen Anspruchsniveau haben dabei die höchste Potenz einer entsprechend hohen Bewertung durch die Kampfrichter und damit auch für den sportlichen Erfolg. Körpertechniken mit Rotation um die vertikale Achse bei gleichzeitiger Veränderung der Oberkörperhaltung, der Position der Arme und der unteren Extremitäten nehmen in diesem Zusammenhang eine besonders bedeutsame Rolle ein. Angesichts der hohen koordinativen Anforderungen, die derart komplexe Elemente und Übungen an die Sportlerinnen stellen, erfolgt ihre Erlernung und Perfektionierung über einen mehrstufigen Prozess. Dabei sind die Trainerinnen oftmals nahezu ausschließlich auf ihr Erfahrungswissen angewiesen, da biomechanisch gestützte Bewegungsparameter und sporttechnische Leitbilder in den allermeisten Fällen fehlen. Die sich daraus ergebenden typischen Schwierigkeiten in der Gestaltung des Lern- und Techniktrainings stellen einen deutlich limitierenden Faktor für den Einsatz von technisch anspruchsvollen Elementen mit hohem Neuigkeitswert dar. Die vorliegende Arbeit von Katja Bach stellt sich zum Ziel, durch biomechanische Analysen diese Defizite für Drehbewegungen mit hohem Schwierigkeitsgrad Grundlagen dafür zu schaffen, um die Techniken in der Rhythmischen Sportgymnastik exakt zu strukturieren und Eckpunkte der Bewegungsabläufe, die für die sporttechnische Präsentation im Wettkampf entscheidend sind, zu ermitteln.
In Vorbereitung der Europameisterschaften 2007 in der Rhythmischen Sportgymnastik wurde eine Leistungsüberprüfung und Dokumentation des Lernverlaufs einer Gruppe Gymnastinnen aus dem erweiterten Kaderkreis der deutschen Junioren-Nationalmannschaft im Gruppenklassement durchgeführt. Für einen Soll-Istwert-Vergleich wurden, abgeleitet von den Leistungsparametern eines Technikleitbilds, Technikmerkmale spezifischer Drehtechniken definiert. Daraus wurden detaillierte Technikbeschreibungen erstellt, die dazu beitragen können, die Techniken schneller und effektiver zu lernen. Die Kenntnis über die leistungsbestimmenden Parameter und deren Ausprägungsniveau versetzt die Trainerinnen in die Lage, die erforderlichen Leistungsvoraussetzungen im Vorfeld besser abklären und Rückschlüsse für das Voraussetzungstraining ziehen zu können. In der Arbeit finden sich hierzu verschiedene Empfehlungen zum methodischen Aufbau von Übungsreihen für Drehtechniken unter statischen und dynamischen Rahmenbedingungen sowie für die Schaffung entsprechender Voraussetzungen (Stichwort Gleichgewicht). Die wissenschaftliche Begleitung dieser motorischen Lernprozesse durch eine quantitative Analyse verschiedener Drehungsformen und die eindeutige Dokumentation von Lernfortschritten konnten dabei einen Beitrag zur Erlernung der Drehtechniken leisten.
In Erweiterung dieses Untersuchungsergebnisses wurden auch aktuelle Vergleiche mit den Ergebnissen im Gruppenwettbewerb bei den Europameisterschaften 2007 bezüglich des Einsatzes von Drehungen und ihrer Auswirkungen auf das Wettkampfergebnis durchgeführt.
© Copyright 2010 Veröffentlicht von Books on Demand. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | technische Sportarten Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Norderstedt
Books on Demand
2010
|
| Ausgabe: | Norderstedt: Books on Demand, 2010.- 195 S. |
| Seiten: | 195 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |