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Schäden an Stütz- und Bewegungsorganen bei Leistungssportlern aus dem Bereich Eiskunstlauf im Vergleich zu einer Kontrollgruppe

Der Eiskunstlauf hat in den letztes Jahren sowohl auf Grund der vermehrten Medienpräsenz als auch wegen der wachsenden Zahl der Kunsteisbahnen enorm an Popularität gewonnen. Das in den letzten Jahren exponentiell gestiegene Leistungsniveau stellt an den Wettkampfsportler enorme athletisch-technische Anforderungen, welche mit einer stark erhöhten körperlichen Belastung einhergehen Daher sollen die sportartspezifischen Verletzungsmechanismen evaluiert und erfolgsorientierte Ableitungen für das Trainingssystem zur Verletzungsprophylaxe getroffen werden. Methode: Im Rahmen einer Querschnittuntersuchung wurde einem Spitzensportlerkollektiv (n = 53) aus dem Bereich Eiskunstlauf ein Breitensportlerkollektiv aus anderen Sportarten (n = 47) gegenübergestellt. Das Studiendesign umfasste die Datenerhebung in Bezug auf Verletzungsart. -häufigkeit, -ursache und -lokalisation anhand eines Fragebogens und einer standardisierten sportorthopädischen Untersuchung. Es konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den alltagsbedingten und den sportartspezifischen Verletzungen im Eiskunstlauf festgestellt werden. Für die Eiskunstläufer konnten signifikant mehr sportartbedingte Überlastungsschäden als Verletzungen nachgewiesen werden. Die häufigsten Verletzungen und Überlastungsschäden waren an den unteren Extremitäten, insbesondere im Bereich der Malleoli und der Achillessehne lokalisiert Die Häufigkeit der Verletzungen an der Wirbelsäule nimmt zu. Es zeigte sich eine deutliche Tendenz für eine vermehrte Anfälligkeit für Überlastungsschäden bei Eiskunstläufern mit einer Aufwärmzeit länger als 20 Minuten. Die Eiskunstläufer zeigten eine deutliche Mehrbeweglichkeit der Wirbelsäule, der Schulter, der Hüfte und der Sprunggelenke. Die Kontrollgruppe wies signifikant mehr adipöse Erwachsene und Kinder auf und zeigte insgesamt eine schlechtere Körperhaltung. Der Eiskunstlauf als Wettkampfsport weist ein geringes sportartspezifisches Verletzungsrisiko auf. Im Vergleich zu bisherigen Studien zu den sportartspezifischen Verletzungen im Eiskunstlauf konnte eine Zunahme der Verletzungen und Überlastung^ schaden der Wirbelsäule aufgezeigt werden. Durch die Einführung von Pflichtelementen, welche eine enorme Beweglichkeit der einzelnen Wirbelsäulensegmente erfordern, wird sich voraussichtlich in Zukunft der Prozentanteil der Verletzungen und Überlastungsschäden der Wirbelsäule weiter drastisch erhöhen. Es sollten weitere Studien zur Eruierung der Häufigkeit von Überlastungsschäden in Bezug auf die Inhalte und Intensität des Aufwärmprogramms bei Eiskunstläufern folgen. Damit das Verletzungs- und Überlastungsrisiko für Sportler aus dem Bereich Eiskunstlauf minimiert wird, müssen sowohl die körperlichen und mentalen Vorbereitungen der Sportler auf die auftretenden Belastungen auf dem Eis als auch die regenerativen Maßnahmen und die Anpassung des Schuhwerkes an den Fuß des einzelnen Sportlers optimiert werden. Um frühzeitig Überlastungsschäden und ihre Ursachen zu erkennen, bedarf es einer engen Zusammenarbeit zwischen den Trainern. Eltern, Sportlern und den Verbandsärzten.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Biowissenschaften und Sportmedizin
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Bochum Ruhr Universität Bochum, Hohe Medizinische Fakultät 2011
Ausgabe:Bochum: Ruhr Universität Bochum, Hohe Medizinische Fakultät, 2011.- 158 S.
Online-Zugang:http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:hbz:294-36082
Seiten:158
Dokumentenarten:Dissertation
Level:hoch