Speed skating and doping (1)
Zu einem Untersuchungsprojekt bezüglich Nahrungs-Ergänzungsmitteln - einem Versuch der Minimierung des unbewussten Dopinggebrauchs (da es nicht die Lösung sein kann, Sportlern generell von der Einnahme von Supplementen abzuraten, da diese möglicherweise undeklarierte unerlaubte Substanzen erhalten könnten).
Ziel des Projektes war es, den Sportlern die größtmögliche Sicherheit zu geben, dass die Ergänzungsmittel, die sie einnehmen, keine nicht-deklarierten Dopingsubstanzen erhalten. Im Zusammenhang mit der Information der Sportler über das Projekt wurde ein Erziehungsprogramm gestartet, welches den Sportlern die Bedeutung einer sportgerechten Ernährung und damit verbunden einer lediglich begleitenden Supplementierung nahebringen soll.
Das Projekt verlief in 2 Phasen: Die erste begann im November 2001 und richtete sich insbesondere an die Athleten (insbesondere Eisschnelllläufer), die sich für die OS in SLC qualifiziert hatten. Diese Sportler konnten die von ihnen eingesetzten Supplemente auf enthaltene Dopingsubstanzen testen lassen. Phase 2 baute darauf auf und galt als die "Langzeitlösung".
Ergebnisse:
Insgesamt wurden 69 Supplemente zur Untersuchung eingereicht (vorwiegend Vitamine, Mineralien, Kreatin etc.). 15 dieser Produkte (22%) enthielten nicht-deklarierte Dopingsubstanzen über den zulässigen Höchstwerten. In den meisten Fällen handelte es sich um Koffein und/oder Ephedrin über den Schwellenwerten (nicht jedoch über 1000 ppb.). Dies stellt keine direkte Gefahr für ein positives Doping-Testergebnis dar, erhöht aber diese Möglichkeit. Außerdem bestätigt die Tatsache, dass die gefundenen Substanzen nicht deklariert waren, dass bei der Herstellung eine ungewünschte Kontamination möglich ist. Ein Produkt enthielt einen geringen, aber über dem erlaubten Wert liegenden Anteil 3,4-MDMA (XTC), 4 produkte enthielten DHEA, 1 Produkt enthielt verschiedene Steroide, die dafür bekannt sind, dass sie zu positiven nandrolon-Tests führen können. In einigen Produkten wurden verschiedene Kombinationen dieser Substanzen gefunden (z.B. in einem Ginseng-Produkt eine Kombination von Ephedrin, Koffein und DHEA).
Alle betroffenen Sportler stellten sofort die Weiterverwendung dieser Produkte ein, alle hollämndischen Sportler wurden nochmals sensibilisiert und davor gewarnt, dass Supplemente nicht-deklarierte verbotene Stoffe enthalten können. Außerdem werden vom holländischen Gesundheitsministeroium Maßnahmen gegen einige der Herstellerfirmen erwogen.
Die Untersuchungsergebnisse werden als schockierend betrachtet und stehen in Übereinstimmung mit einigen anderen weltweit durchgeführten Untersuchungen (z.B. auch in Köln). In dieser Studie wurden 634 Produkte auf das Vorhandensein von Testosteron und/oder Prohormonen getestet. 14,8% der untersuchten Produkte enthielten Prohormone, die nicht auf der Verpackung bzw. dem Beipackzettel deklariert waren.
Schlussfolgerung:
Keiner kann bei der Verwendung von Supplementen sicher sein, dass diese keine verbotenen Substanzen enthalten. Hier sind die Herstellerfirmen gefordert, nur sie können eine Reinheitsgarantie geben und deklarieren.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | biological and medical sciences endurance sports |
| Published in: | Speedskating World |
| Language: | English |
| Published: |
2002
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| Edition: | Kesteren 7 (2001-2002) 8, S. 10-11 |
| Document types: | article |
| Level: | advanced intermediate |