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Biomechanics and neural control of speedskating (8).

(Biomechanik und neurale Kontrolle im Eisschnellauf (8).<NZ>Die Achse des Klappschlittschuhs)

Eine wesentliche Frage ist die: "Wo ist die Achse des Klappschlittschuhs in Relation zum Fuß zu plazieren, um den größtmöglichen Vorteil zu erzielen?" An der Freien Universität Groningen wurde zu diesem Zweck eine vierjährihge Studie begonnen. Einbezogen werden dabei die Gesetze der Biomechanik, Computersimulationen im Ergebnis vieler Erfahrungen auf dem Eis sowie Ergebnisse von Sprungtests im Labor. Im Sinne der Öffnubg des Schuhs gibt es Limits für die Plazierung der Achse: Sie muß mindestens 3 cm vor dem Ballen plaziert werden, um eine weite Öffnung des Fußes zu ermöglichen. Für die Begrenzung nach vorn (zur Spitze des Schlittschuhs hin), ist die Regel sehr einfach: Die Achse kann nie vor der Spitze der Kufe liegen. Bei Schuhgröße 42 bleibt damit ein Spielraum von 16 cm, in denen die Achse liegen kann (Abb. 11). Beim Verwenden normaler Schlittschuhe ohne Klappmechanismus tragen die Muskeln um das Fußgelenk lediglich die Veranntwortung für die Balance; die Abdruckkraft wird vordergündig von Knie und Hüftstreckern realisiert. Beim Klappschlittschuh kann die Abdruckkraft erhöht werden, sobald das Druckzentrum die Achse erreicht (Abb. 12). Nach dem Abheben der Ferse beginnt sich die Abdruckkraft zu verringern. Auf den ersten Blick scheint es unerheblich zu sein, welche Art von Mechanismuzs zwischen Muskeln und Eis verwendet wird; Simulationen bestätigten dies: Die Plazierung der Achse in verschiedenen Positionen führte zu keinen differierenden Energieanstiegen im Moment, in dem die Kufe das Eis verläßt. Diese Annahme ist dennoch unrealsitisch, da sie nur dann wirkt, wenn die Muskelkraft beim Anheben der Ferse unverändert wäre. Daher ist es vorteilhaft, während des Skatingschritts die Ferse so früh wie möglich zu heben. Damit sollte die Achse so nah am Fußgelenk liegen wie möglich. Andererseits wird die Muskelkraft vor dem Anheben der Ferse am größten, d.h. wenn die Achse so weit wie möglich vom Fußgelenk entfernt ist. Diese beiden Faktoren widersprechen sich gegenseitig, weshalb ein Kompromiß in den Simulationen erforderlich ist. Zusammenfassung: 1. Die Achsposition beim Klappschlittschuh scheint ein Kompromiß zu sein zwischen einem frühen Anheben der Ferse, einem maximalen Schuhöffnungswinkel und der Energiespeicherung in den Wadenmuskeln. 2. Die optimale Position der Achse scheint abhängig zu sein von der Leistung (somit der Laufgeschwindigkeit), der Elastizität der Wadenmuskeln sowie Größe und Gewicht des Läufers.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Naturwissenschaften und Technik Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:Speedskating World
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1998
Ausgabe:Kesteren (1998)3, S. 18-19, 3 Abb.
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel