3027949

Biomechanics and neural control of speedskating (10).

(Biomechanik und neurale Steuerung im Eisschnellauf (10).<NZ>Neurale Steuerung)

Komplizierte technische Abläufe im Sport sind nur bewußt zu steuern, in der Praxis laufen sie jedoch meist intuitiv, für den Sportler unbemerkt gesteuert, ab. Intuitiv sind jedoch keine Technikveränderungen zu realsieren. Dieser Problematik widmet sich Verf. in der zehnten Folge seiner Reihe zu Biomechanik und neuraler Bewegungssteuerung im Eisschnellauf. Verf. betont, daß allein Feedbackinformationen nicht ausreichen, sofortiges Reagieren auf Feedback bringt oft nichts, sondern eher das gesamte System durcheinander. Wichtig ist vor Beginn der Handlung (des Laufens) theoretisches Wissen darüber. Verbunden damit sind Lernprozese. Mittels eines von Verf. entwickelten Computermodells des menschlichen Körpers ("Laflange") können alle Arten von Bewegungen simuliert werden. Laflange kann sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechts sein und alle beliebigen Körperbautypen verkörpern. Laflange ist in der Lage, den normalen menschlichen Gang zu imitieren und daraus zu berechnen, wie die Muskeln dazu durch das Gehirn aktiviert werden müssen. Aus diesen Aktivierungsmustern können dann wiederum neue oder angestrebte Bewegungsmuster ermittelt werden. Schrittweise können an dem Modell kleinste Veränderungen in den Aktivierungsmustern vorgenommen werden, um letztendlich eine Optimalbewegungsform herauszufinden. Ein großes Problem innerhalb der Bewegungssteuerung beim Menschen ist die Zeit, die für die Veränderung von Muskelkräften benötigt wird. Verf. hat herausgefunden, daß - den letzten Teil der Abdruckphase betreffend - zwei Dinge vor allem kaum beeinflußbar sind: erstens die Art des Seitwärtsfallens und zweitens die Art des Zurückgleitens der Schlittschuhe während der Abdruckphase. Der Beginn dieser Bewegungen ist noch steuerbar, der Athlet kann jedoch nichts mehr tun, sobald die Bewegung eingesetzt hat. Schlußfolgerung: Die Effektivität einer Bewegung ist in hohem Maße davon abhängig, wie sie beginnt. Insbesondere in der Anfangszeit des Erlernens der Eisschnellauftechnik mit dem Klappschlittschuh muß der Sportler mitunter gegen die natürlich einsetzende Schutzfunktion des Körpers gegen mögliche gesundheitliche Schädigungen ankämpfen. Daher wird zur Bewegungssteuerung viel Zeit benötigt. Zur Zukunft Verf. entwickelt Visionen über zukünftige Möglichkeiten der Bewegungssteuerung im Eisschnellauf, z.B.: Der Läufer trägt eine Spezialbrille in deren Gläsern er Informationen über Leistung und Effektivität seines Laufes per Computer übermittelt bekommt. Die Informationen erhält der Computer über zwischen Haut und Anzug eingebaute Sensoren. Diese werden mit einem Idealbild verglichen, die Abweichungen werden dem Sportler übermittelt... Technisch ist vieles möglich, alles ist eine Frage des Geldes. Da dies jedoch auch in Zukunft immer fehlen wird, kommt es insbesondere auf die Bereitschaft der Trainer an, sich der Pr oblematik Technik und Bewegunssteuerung zu widmen, um ihre Sportler mit der effektivsten Technik auszustatten und zum Erfolg zu führen.
© Copyright 1998 Speedskating World. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Naturwissenschaften und Technik Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:Speedskating World
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1998
Ausgabe:Kesteren (1998)6, S. 18-19
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch mittel