3026903

Biomechanics and neural control of speedskating, Part 4 + 5

(Biomechanik und neurale Steuerung im Eisschnellauf, Teil 4+5)

Fortsetzung der o.g. Problematik mit den Schwerpunkten - Optimales Eisschnellaufen (Teil 4) und - Klappschlittschuh (Teil 5). Die Abbildungen zeigen: - Höhenverlaufsvarianten des KSP (gleichbleibend oder veränderlich, Abb. 5) und - Optimaler Kurvenverlauf als Funktion der Rundenzeit und Schrittfrequenz (Abb. 6), - Verhältnis zwischen Massezentrum (KSP) und Druckzentrum. Zur Problematik "Klappschlittschuh" wird ausgeführt: Die mittlerweiile im Einsatz befindlichen Klappschlittschuhe lassen sich grob in zwei Arten einteilen: a) die mit einer starren Achse und b) diejenigen mit einer eine Abrollbewegung des Fußes ermöglichenden beweglichen Achse. Sowohl aus biomechanischer Sicht als auch bezüglich der Steuerung gibt es zwar Unterschiede zwischen diesen beiden Arten, dennoch können sie zusammengenommen und mit dem konventionellen Schlittschiuh verglichen werden. Dabei ergibt sich folgendes: Der wichtigste Vorteile des Klappschlittschuhs besteht darin, daß eine Fußstreckung möglich ist, während der Druck auf das Eis erhalten wird. Da kein positives Drehmoment um die Achse des Schlittschuhs herum entseht, wird keine Kraft um die Achse herum erzeugt. Die extra Kraft, die den Klappschlittschuh dem herkömmlichen überlegen macht, wird um das Fußgelenk herum erzeugt, und zwar durch die volle Fußstreckung bei vollem Eiskontakt des Schlittschuhs. Beachtet werden sollte, daß es aus physischer Sicht unmöglich ist, bei einer Abdruckoberfläche wie dem Eis eine Verbesserung der Klappbewegung durch früheres Beginnen und Beibehalten einer vollen Kniestreckung zu erreichen. Computersimulationen und Messungen haben gezeigt, daß die Fußstreckung auf einer wackligen Oberfläche zugunsten der Beibehaltung des Gleichgewichts verzögert abläuft. Interessant ist, daß es Sportler gibt, denen das Laufen auf Klappschlittschuhen leichter fällt und angenehmer ist, "weil es der natürlichen Gehbewegung mehr ähnelt" und andererseits Sportler beklagen, daß diese Schuhe schwieriger zu laufen sind, da die Feinsteuerung der Extraklappbewegung schwieriger zu erlernen sei. Beide Auffassungen sind richtig, die erste dann, wennn der Sportler eine lange Zweitrittphase realisiert (im Moment der Positionierung des Skates und teilweisen Gewichtsverlagerung), die zweite in der Phase des richtigen Timings der Gewichtsverlagerung (beim Klappschlittschuh nur möglich, während die Abdruckphase ihrem Ende entgegen geht). Bei Vewrendung des Klappschlittschuhs werden vorrangig zwei Lauftechniken praktiziert: a) Manche Läufer lassen ihren Skate lange offen, indem sie ihren Fuß weit nach hinten gleiten lasen. Allerdings haben Computersimulationen ergeben, daß es unmöglich ist, den erforderlichen Druck auf das Eis während der Öffnung zu halten, wenn das Druckzentrum in seiner Nach-Hinten-Begung die Hüfte passiert hat. Es ist demnach unnötig, den Schuh weiter als 45° zu öffnen. b) Der Schlittschuh wird kaum geöffnet, was meist bei Läufern beobachtet wird, die eine gute Technik mit dem herkömmmlichen Schlittschuh erreicht haben. In diesem Fall wird nur ein geringer Vorteil mitr dem Klappschlittschuh erreicht, insbesondere durch eine Verringerung der Eisreibung am Ende der Abdruckphase. Hier solte ein Weiter-nach-hinten-Gleiten angestrebt werden. Computersimulationen haben gezeigt, daß sich der Fuß leichter und effektiver strecken läßt, wenn er die Hüfte in der Nach-hinten-Bewegung erreicht. Eine optimale Variante bezüglich der Öffnung des Klappschlittschuhs wird in Abb. 7 dargestellt und kommentiert. Es gibt auch Unterschiede zwischen o.g. zwei Arten von Klappschlittschuhen (denen mit reiner Rotation des Schuhs und denen mit einer Rollbewegung des Fußes): Beim Modell mit Rollbewegung kann der Schlittschuh früher geöffnet werden und daher einen längeren Hebel zum Fußgelenk bilden. Dies ermöglicht eine größere Krafterzeugung als sie bei Verwendung eines Schlittschuhs mit fester Achse möglich ist. Allerdings ist eine gute Steuerung erforderlich. Ein Fehler im Timing der Drehmomentprofile in einem der drei im Abdruckbein beteiligten Gelenke macht diesen Vorteil zunichte bzw. verkehrt ihn in einen Nachteil. Oftmals ist der Klappschlittschuh mit Rollbewegung schwieriger zu laufen, jedoch insbesondere Sportler mit einem guten Steuerungsvermögen und ausgeprägter Wadenmuskulatur könnten mit diesem Schuh hervorragende Zeiten laufen.
© Copyright 1997 Speedskating World. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Naturwissenschaften und Technik Ausdauersportarten
Veröffentlicht in:Speedskating World
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: Kesteren 1997
Ausgabe:Kesteren 2(1997)8, S. 14-17, 7 Abb.
Jahrgang:2
Heft:8
Seiten:14-17
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch