Biomechanics and neural control of speedskating, Part 3
Dieser dritte Teil des Beitrages beschäftigt sich vorrangig mit dem Vortieb im Eisschnellauf aus biomechanischer Sicht.
Im Eisschnellauf sind die mechanischen Abläufe des Vortriebs bzw. die Art und Weise der Nutzung der Muskelkraft wesentliche Parameter für die Erzeugung und Aufrechterhaltung der Geschwindigkeit sowie für eine hohe Effektivität.
Als Regel sollte gelten:
Wenn die Eisreaktionskraft immer perpendicular zur Laufbahn im Eis verläuft, sollte der Fuß während der Zyklusbewegung rückwärts in bezug zum Oberkörper bewegt werden. Die Kufe sollte den Eiskontakt genau an der Stelle beenden, wo sich das Hüftgelenk über dem Eis befindet. Dieses Prinzip wird in Abb. 4 dargestellt.
Allerdings muß bei diesem Prinzip noch das Trägheitsgesetz beachtet werden, da dieses auf die optimale Bewegung des Abdruckbeines Einfluß hat. Am Ende eines Bewegungszyklus bewegt sich der rechte Unterschenkel entgegen dem Uhrzeiger- sinn, währedn der Oberschenkel sich im Uhrzeigersinn bewegt. Diese beiden Drehbewegungen müssen gestoppt werden, da an- sonsten das Knie Schaden erleiden könnte, da die Bänder nur über eine begrenzte Dehnfähigkeit verfügen. Daher gilt es, am Ende des Zyklus zwei Dinge gleichzeitig zu lösen: eine hohe Kraftabgabe zu leisten sowie die Drehbewegungen des Ober- und Unterschenkels zu stoppen. Dies kann durch Entspannung der Hüft-, Knie- und Fußstrecker und eine Aktivierung der entsprechenden Beuger geschehen. Das Einsetzen und Beenden der Aktivität der Muskeln benötigt ca. 0,1 s. Diese Einschränkung sowie die Notwendigkeit des Abbrechens der Drehbewegungen des Ober- und Unterschenkels impliziert, daß die Eisreaktionskraft etwas reduziert wrden muß, bevor das Bein gestreckt wird und bevor der Schlittschuh vom Eis abgehoben wird.
Aufgrund der Komplexität dieser Vorgänge führte Verf. ein Computersimulationsprogramm mit einem Eisschnlelläufer durch, um zu erkennen, in welchem Moment die maximale Kraftabgabe erreicht wird. Die Ergebnisse der Simulation werden in den nächsfolgenden Teilen dieses Beitrages vorgestellt.
Vorerst kann zusammenfassend gesagt werden, daß optimales Eisschnellaufen impliziert, daß die Kufe das Eis in Höhe der Hüfte verläßt, während das Knie fast völlig gestreckt ist und nur eine geringe weitere Streckgeschwindigkeit vorliegt. Bei der Verwendung von Klappschlittschuhen verändert sich der optimale Bewegungsablauf. Wenn der Läufer nicht intuitiv das Bewegungsoptimum findet, bringen Klappschlittschuhe wenig Vorteil oder sogar einen Nachteil.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | technical and natural sciences endurance sports |
| Published in: | Speedskating World |
| Language: | English |
| Published: |
Kesteren
1997
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| Edition: | Kesteren 2(1997)7, S. 14-15, 2 Abb. |
| Volume: | 2 |
| Issue: | 7 |
| Pages: | 14-15 |
| Document types: | article |
| Level: | advanced |