Belastungsreduzierende Bandensysteme im Eishockey: Experimentelle Untersuchung zur Performance
Impact testing of different dasher board systems in ice hockey Ice hockey is a sport with a high risk of injury. Male athletes have the highest incidence rate, with injuries to the lower extremities (especially knees) and to the upper extremities (shoulder) being the most common. In addition, a lot of publicity is given to brain injuries suffered because they can lead to long-term consequences. Frequent injury mechanisms are collisions between two players, a player falling on the ice or a player crashing into the dasher board. Dasher boards surround the ice-hockey rink. While certain characteristics of the boards are specified by corresponding standards, there are currently no concrete specifications as to what a board system must actually do in order to limit the risk of injury as far as possible. This project investigated whether ice-hockey boards of a new design reduce the biomechanical load on a player on impact. The exact performance of different ice-hockey boards was analysed in tests using a dynamic pendulum as well as in tests with crash test dummies. It turned out that a new board system design offers greater flexibility than previous systems. The boards are deflected further on impact, but their effective mass - in relation to the mass of a player - remains high especially in the event of head impact. Accordingly, while a player`s biomechanical loads are reduced by all the new systems, injuries caused by the impact with the perimeter boards can still be expected in future due to the mass difference. The tests also showed that the system with the highest deflection is not necessarily the system that leads to the lowest biomechanical load. There is no linear correlation between deflection and biomechanical load. In summary, the new dasher board system design can be given a fundamentally positive assessment. There are no recognizable disadvantages, but the advantages do not seem to be exhausted yet. Further development of the perimeter board systems should be the goal in order to further reduce the loads on the players.
Belastungsreduzierende Bandensysteme im Eishockey Eishockey ist eine Sportart mit hohem Verletzungsrisiko. Männliche Athleten weisen die höchste Inzidenzrate auf, wobei sie sich am häufigsten Verletzungen an den unteren Extremitäten (vor allem Knie) und an den oberen Extremitäten (Schulter) zuziehen. Grosse Aufmerksamkeit erfahren zudem erlittene Hirnverletzungen, weil diese zu Langzeitfolgen führen können. Häufige Verletzungsmechanismen sind Kollisionen zweier Spieler, der Sturz eines Spielers auf das Eis oder der Anprall eines Spielers an der Bande. Bandensysteme (Bande, Handlauf, Scheibe) umschliessen das Eishockey-Spielfeld. Während gewisse Eigenschaften der Banden durch entsprechende Standards vorgegeben sind, gibt es derzeit keine konkreten Vorgaben, welche Performance ein Bandensystem aufweisen muss, um das Verletzungsrisiko möglichst zu begrenzen. Bandensysteme mit modernem Design zeichnen sich dadurch aus, dass sie beim Aufprall eines Spielers etwas nachgeben können, herkömmliche Systeme hingegen sind relativ starr. In diesem Projekt wurde untersucht, ob Eishockeybanden mit neuem Design die biomechanische Belastung eines Spielers beim Anprall reduzieren. Die Performance verschiedener Eishockeybanden wurde in Versuchen mit einem dynamischen Pendel sowie in Versuchen mit Crashtest-Dummys analysiert. Es wurde gezeigt, dass Bandensysteme mit neuem Design gegenüber den bisherigen Systemen eine grössere Flexibilität aufweisen. Die Banden werden bei einem Anprall weiter ausgelenkt, ihre effektive Masse bleibt bezogen auf die Masse eines Spielers insbesondere bei einem Kopfanprall jedoch weiterhin hoch. Dementsprechend werden die biomechanischen Belastungen eines Spielers durch alle neuen Systeme zwar reduziert, doch ist aufgrund der Massendifferenz auch zukünftig mit Verletzungen durch den Anprall an die Banden zu rechnen. Die Versuche zeigen zudem, dass das System mit der grössten Auslenkung nicht zwangsläufig auch dasjenige System ist, das zur geringsten biomechanischen Belastung führt. Es besteht kein linearer Zusammenhang zwischen Auslenkung und biomechanischer Belastung. Zusammenfassend kann das neue Design der Bandensysteme als grundsätzlich positiv beurteilt werden. Nachteile sind nicht zu erkennen, doch die Vorteile scheinen noch nicht ausgeschöpft zu sein. Eine Weiterentwicklung der Bandensysteme ist anzustreben, um die Belastungen der Spieler weiter zu reduzieren
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| Notationen: | Spielsportarten Sportstätten und Sportgeräte |
| Veröffentlicht in: | bfu-Report, 76 |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Bern
bfu - Beratungsstelle für Unfallverhütung
2017
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| Online-Zugang: | https://www.researchgate.net/publication/321309802_Belastungsreduzierende_Bandensysteme_im_Eishockey_Experimentelle_Untersuchung_zur_Performance |
| Seiten: | 65 |
| Dokumentenarten: | Forschungsergebnis |
| Level: | hoch |