Berufskarrieren von ehemaligen NLA Eishockeyspielern in der Schweiz - zum Einfluss der Sportkarriere auf die Berufskarriere
Eine Karriere im Hochleistungssport ist mit hohen zeitlichen Belastungen verbunden. Profisportler, wie Schweizer Eishockeyspieler, sind besonders intensiv in das System Hochleistungssport eingebunden. Vom Juniorenalter bis zum Ende der Profikarriere ist ein hoher zeitlicher Aufwand erforderlich, um die entsprechenden sportlichen Leistungen erbringen zu können. Lebenszeitlich parallel zur Eishockeykarriere verläuft die Phase der schulisch-beruflichen Ausbildung, welche durch das Eishockey beeinträchtigt werden kann. Nach dem Ende der Profikarriere sind auch Eishockeyspieler gezwungen, ins «normale» Berufsleben einzusteigen. Diese Überlegungen führen zur Frage, wie die Berufskarrieren von Profi-Eishockeyspielern verlaufen und welchen Einfluss die Hochleistungssport-Karriere auf den
beruflichen Werdegang hat. Dieser Frage wird in der vorliegenden Studie nachgegangen, indem die Eishockey- und Berufskarrieren von 76 ehemaligen Spielern der National League A (NLA), welche ihre Karriere im Zeitraum zwischen 1990 und 2005 beendet haben, untersucht werden. Im Rahmen einer quantitativ orientierten Kohortenanalyse wurden die ehemaligen NLA-Spieler retrospektiv zu ihrem beruflichen Werdegang und möglichen Einflussfaktoren des Hochleistungssports befragt. Aus dem Vergleich mit der Gesamtbevölkerung der Schweiz geht hervor, dass die ehemaligen NLA-Spieler auf der Sekundarstufe l, trotz der zeitlichen Belastung durch das Eishockey, häufiger Abschlüsse auf erweitertem Anspruchsniveau erreichen. Die Ausbildungszertifikate sind hingegen zum Teil unterdurchschnittlich, was mit zunehmenden Belastungen im Profi -Eishockey zusammenhängen könnte. Diese werden jedoch vielfach durch institutionelle Unterstützungsmaßnahmen kompensiert, die in den vergangenen Jahrzehnten ebenfalls ausgebaut wurden. Die ehemaligen NLA-Spieler zeichnen sich im Vergleich zur Gesamtbevölkerung und vor allem zu ihren Brüdern durch überdurchschnittliche Berufspositionen aus. Tendenziell wirken sich die Bekanntheit und damit verbundene soziale Kontakte, die Chance im Berufsfeld Eishockey zu arbeiten und die durch das Eishockey verbesserte finanzielle Situation eher positiv auf die berufliche Karriere aus. Autorreferat
© Copyright 2016 Swiss Sports & Exercise Medicine. Rub Media AG. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Leitung und Organisation Theorie und gesellschaftliche Grundlagen |
| Tagging: | Karriereende |
| Veröffentlicht in: | Swiss Sports & Exercise Medicine |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2016
|
| Online-Zugang: | http://www.sgsm.ch/fileadmin/user_upload/Zeitschrift/64-2016-1/1-2016_6_Baltisberger.pdf |
| Jahrgang: | 64 |
| Heft: | 1 |
| Seiten: | 41-46 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |