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Essentials des Basketballtrainings mit Kindern

Eine conditio-sine-qua-non (=notwendige Voraussetzung, Anm. d. Red.) für die Spielfähigkeit im Basketball ist die Beherrschung der spezifischen Basics - und zwar (über die Grob- und Feinform hinaus) in variabler Verfügbarkeit. Selbst gute Trainer sind in den Mini- wie in D-Jugend-Übungsstunden sehr nachlässig, geben zu wenig individuelle Korrekturen, zu wenig Einzeltraining. "Das kriegen wir später, die Kinder sollen erstmal spielen lernen", ist häufig das Motto. Als seien Technikvermittlung und Vermittlung von Spielfähigkeit Alternativen. Verkannt wird hierbei, dass die für die Bewegung und Bewegungsfolgen notwendigen nervalen Verbindungen bei den Kindern der Grund- und Förderstufenalters geschaltet werden - und zwar nicht aufgrund von Reife, sondern aufgrund vorgenommener motorischern Handlungen. Im Zentralnervensystem hinterlassen die Bewegungsabläufe, wenn sie häufig genug wiederholt werden, Spuren (Engramme). Im Gehirn des Kindes, das später bei weitem nicht mehr die Formbarkeit (Plastizität) wie in diesen Phasen des frühen und späten Schulkindalters (-bestes Lernalters") hat, entstehen neuronale Muster (Koordinationsschablonen und Reflexkombinationen), die ein Leben lang präsent sind. Erleichtert wird die Trainingsarbeit im Mini-/D-Jugendalter dadurch, dass die Kinder eine ausgeprägte Bereitschaft zur Wiederholung und eine schier unstillbare Neugier auf Unbekanntes besitzen. Die Folge für die Praxis: Neben dem selbstverständlichen Bestreben, die Kinder selbständig Lösungsmöglichkeiten auf dem Court finden zu lassen, ist eine Individualisierung der Lernprozesse (Orientierung am Entwicklungsstand des Einzelnen, was ggf. differenziertes arbeiten zur Folge hat) und eine Verlagerung des Überangebots "weg von der Quantität hin zur Qualität" angesagt. Noch eines: Man mag es bedauern, aber 6- bis 12jährige Kinder befinden sich nicht nur auf dem Höhepunkt psychomotorischer Entwicklung, sondern auch in einem Zustand hoher Erregbarkeit, was letztlich auch eine wichtige Voraussetzung für die erhebliche Lernfähigkeit darstellt. Sie sind im höchsten Grad wahrnehmungsfähig und lernen Bewegungsabfolgen auf Anhieb, auch wenn sie scheinbar unkonzentriert sind. Der souveräne Trainer/ die souveräne Trainerin wird mit letzterem umzugehen wissen, ohne dieüblich gewordenen "Strafen" (schwachsinnige Liniensprints, unphysiologische Liegestütze und was man noch so alles sieht) auszusprechen. Trainingsstunden sind dazu da, um über Erfolgserlebnisse Spaß zu erfahren, nicht um durch Strafen den Spaß zu verlieren. Außerdem: Höchst sinnvolle Trainingsinhalte können nicht gleichzeitig Strafe sein. Und was das Gegenteil von Strafen, was also Lob und positive Verstärkung angeht: auch wir Erwachsenen erfahren solcherart Rückkopplung nur allzu gerne.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Nachwuchssport Spielsportarten
Sprache:Deutsch
Online-Zugang:http://www.bbcoach.de/kindertraining.htm
Dokumentenarten:Lehrangebot und didaktisches Material
Level:mittel