Mechanik und Struktur der Kampfsportarten
Das Problem
Viele der Sportarten, über die täglich und ausführlich im Fernsehen berichtet wird, sind so übersichtlich, dass selbst jemand, der noch nie etwas von diesen Sportarten gehört hat, das Training nach kürzester Zeit alleine fortführen kann. Wenige und einfache Grundtechniken, die bei entsprechendem Training genügend oft wiederholt werden, schulen die richtige Ausführung fast automatisch. Aber in jeder einzelnen Kampfsportart ist die Zahl der Bewegungen und Techniken so zahl und variantenreich, dass selbst langjährige Erfahrung nicht immer erlaubt, den Wert einzelner Techniken zu überprüfen und deren optimale Ausführung und Anwendung herauszufinden.
Geschlossene Erklärungsmodelle könnten dem Anfänger einen effektiven Einstieg in den Kampfsport liefern und dem Trainer einen zuverlässigen Leitfaden für den zielorientierten Unterricht. Leider basieren viele Erklärungsmodelle - wenn man sie überhaupt findet - kaum auf den Naturwissenschaften, sondern meist auf Theorien aus dem asiatischen Raum, in denen häufig Chi bzw. Ki eine Rolle spielt, und die oft mehr wie eine Religion denn wie eine Wissenschaft anmuten.
Ziel dieser Arbeit ist es, Bausteine für eine auf den Naturwissenschaften basierende Theorie des Kampfes vorzulegen. Sie soll sich an Trainer in den unterschiedlichen Kampfsportarten wenden, um für die Trainingsgestaltung eine bessere wissenschaftliche Basis zu erhalten. Dafür wurden vor allem die Gesetze der Physik und die Methoden der Ingenieurwissenschaften benutzt. Welche Bedeutung haben die Kampfsportarten? Oder: Lohnt sich die ganze Mühe überhaupt?
In `Taxonomie des Kampfes` (S. 19) wird gezeigt, dass man das, was landläufig als Kampfsport bezeichnet wird, in zwei große Gruppen unterteilen kann:
1. Stile mit sportlicher / breitensportlicher Ausprägung.
2. Stile, die sich mit ernsthaften, gefährlichen Auseinandersetzungen beschäftigen.
In die Gruppe (1) gehören z.B. die olympischen Kampfsportarten Boxen, Ringen, Fechten, Judo, Taekwon-Do. In die Gruppe (2) gehören Stile, die sich z.B. im Polizei- oder Armee-Einsatz bewährt haben. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten hat Kampfsport nicht nur eine (breiten-)sportliche Funktion, sondern er ist auch ein wichtiges Instrument zur Erhaltung eines Staatswesens.
© Copyright 2001 Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Kampfsportarten Spielsportarten |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2001
|
| Online-Zugang: | http://www.arsmartialis.com/buch/diss/ |
| Dokumentenarten: | Dissertation |
| Level: | hoch |