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Einfluss verschiedener Dehnmethoden auf ausgewählte Leistungsparameter im Kampfsport. Die Veränderung von Kraft- und Dehnungsparametern des M. quadriceps femoris und der ischiocruralen Muskelgruppe in der Bewegung eines frontalen Highkicks durch statische und dynamische Langzeittreatments im Vergleich zu kombinierten PNF-Methoden nach der CRAC-Technik

Beweglichkeitstraining gehört nicht unbedingt zu den Bestandteilen des Trainings, die bei Sportlerinnen und Sportlern Begeisterung hervorrufen. Gerne wird es schnell noch vor dem "eigentlichen" Training als Teil des Warming Up durchgeführt, was aber nicht annähernd dazu führt, sein Potenzial auszuschöpfen. Die sportartspezifische Beweglichkeit kann nämlich in allen Alters- und Leistungsklassen einen wichtigen Beitrag zur sportlichen Gesamtleistung produzieren. Dazu müssen aber Trainingsprogramme entwickelt und umgesetzt werden, die auf die jeweilige Sportartspezifik abgestimmt sind und die die spezifischen Stärken der verschiedenen Methoden des Beweglichkeits- und Dehnungstrainings gezielt einsetzen. Hier setzt der Autor der vorliegenden Arbeit an, dem es sehr wichtig ist, dass das Beweglichkeitstraining auf das Training konditioneller Fähigkeiten abgestimmt wird, um Fehlbelastungen oder eine Überlastung der Muskulatur zu vermeiden. Mit seinem Buch leistet er einen wichtigen Beitrag, um die Wirkung von Dehnungstraining auf Muskelgewebe vorzustellen. Er arbeitet den aktuellen Wissensstand akribisch und umfassend auf und stellt die Erkenntnisse zu signifikanten Veränderungen im Abgleich mit dem Adaptationsgeschehen vor. Dazu werden auch die Unterschiede deutlich gemacht, die sich aus der Wahl eines bestimmten Trainingsprogramms ergeben. Im Ergebnis entwickelt er Empfehlungen für Kampfsportarten, und hier insbesondere für leistungssportlich trainierende Athleten in den Sportarten Taekwondo und Karate. Wegen des sehr hohen Aktivitätsniveaus, das mit der CRAC-Technik in Verbindung mit dem DS-Dehnen erreicht wird, wird diese Kombination von ihm im Training priorisiert. Dies ist vor allem auf die Verbindung von Kräftigung der Agonisten und Dehnung der Antagonisten zurückzuführen. Um die erwarteten Effekte auch erzielen zu können ist es wichtig, dass die Übungen stets korrekt ausgeführt werden, weshalb eine Anleitung durch erfahrene Trainer sehr empfohlen wird. Dehnungstraining ist aber nicht nur im Leistungssport sinnvoll und effektiv, sondern andere Sportler vom ambitionierten Breitensportler bis hin zum Anfänger können aus der Anwendung Gewinn erzielen, auch wenn ihre Voraussetzungen und Ziele sich von denen der Leistungssportler unterscheiden. Um zu seinen Empfehlungen zu gelangen hat sich Daniel Gärtner intensiv mit der Beweglichkeit als Voraussetzung sportlicher Leistungen befasst. Er unterstreicht die einzelnen Faktoren (Gelenkigkeit, Dehnfähigkeit), analysiert die verschiedenen Arten der Beweglichkeit (aktive, passive, statische, dynamische) und stellt aktuell im Training eingesetzte PNF-Dehnmethoden (AC, CR, CRAC) hinsichtlich des aktuellen Erkenntnisstands vor. Daran anschließend geht es ihm um die Darstellung bekannter Wirkungen des Dehnungstrainings auf die menschliche Muskulatur, wobei er auf Unterschiede eingeht, die sich aus einer differierenden zeitlichen Dehnungsdauer ergeben. Von besonderem Interesse sind für ihn die Langzeittreatments, die einem regelmäßigen sportlichen Training entsprechen und von denen muskuläre Adaptationsprozesse erwartet werden. Als Untersuchungsgruppe hat er die Kampfsportarten (mehr als 100 Probanden aus unterschiedlichen Kampfsportarten) mit einer speziellen sportlichen Technik (dem frontalen Highkick) gewählt. Deren Ausführung wurde sowohl bei einem Vortest zur Ermittlung des aktuellen Leistungsniveaus als auch nach einer achtwöchigen Intervention mit gezieltem Dehnungstraining (aufgeteilt in vier Testgruppen mit statischem Dehnen, dynamischem Dehnen und CRAC-Dehnen sowie eine Kontrollgruppe ohne spezifisches Dehnen) biomechanisch analysiert. Die von ihm entwickelten bzw. ausgewählten Trainingsprogramme werden natürlich auch vorgestellt und können als Muster für Übungsgruppen oder Sportler dienen, die sich einem gezielten Dehnungstraining zuwenden wollen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Kampfsportarten Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Göttingen Sierke Verlag 2014
Seiten:268
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch