Budo-Prinzipien in Training und Wettkampf

Kämpferische Auseinandersetzungen sind Kernbestandteil einer Vielzahl von Sportarten wie u.a. auch die in Japan entwickelten Jiu-Jitsu, Judo, Karate, Aikido, Sumo oder Kendo, die unter dem Oberbegriff Budo zusammengefasst werden. Diese Sportarten werden in organisierter Form in Sportvereinen und Sportverbänden betrieben, können aber auch zum Angebot weiterer Sportanbieter gehören, die sportliches Training mit einer Ausbildung in der Selbstverteidigung verbinden. Die sportliche Beschäftigung mit diesen Kampfkünsten startet normalerweise in einer bestimmten Sportart, in der der Übende als Einsteiger Grundformen erlernt und diese dann schrittweise verbessert und vervollkommnet. Mit Blick auf viele asiatische Sportarten ist die Entscheidung für eine Sportart auch damit verknüpft, nicht nur Bewegungsformen in Angriff und Verteidigung zu erlernen, sondern sich auch mit den historischen, sozialen und philosophischen Grundbestandteilen, Wurzeln und Traditionen zu befassen. Dennoch bleibt auch das eine primäre Beschäftigung aus dem Blickwinkel einer bestimmten Sportart und noch keine übergreifende Betrachtung mit dem Versuch Prinzipien zu erkennen und noch besser zu verstehen, die diesen Budosportarten insgesamt zugrunde liegen und von mehreren oder gar allen im Training und Wettkampf, aber auch in der Anwendung in der Selbstverteidigung genutzt werden. Dieser übergreifende Betrachtungs- und Handlungsansatz liegt aber dem Buch von Stefan Reinisch und Maria Marek zugrunde und umfasst sowohl das Bewegungslernen als auch die philosophischen, psychologischen oder emotionalen Prinzipien im Umgang mit Budosportarten. Dabei wird deutlich, dass diese von den Autoren so aufgearbeitet werden, dass insbesondere auf Anwendungsmöglichkeiten innerhalb von Selbstverteidigungssituationen reflektiert wird. So wird dem Leser erläutert, wie er erfolgreich aus einer Verteidigungssituation in eine aktive, den Angriff abwehrende Position gelangen kann. Dazu bedarf es auch wieder sowohl einer psychischen als auch einer körperlich-bewegungstechnischen Vorbereitung. Vergleichbar sind auch andere vorgestellte Kampfsituationen, bei denen es darum geht, den wichtigen Sicherheitsabstand zu erhalten, aus dem heraus dann noch erfolgreich agiert werden kann oder wie instinktive Reaktionen auf typische Angriffssituationen aussehen können, die vorher im Training automatisiert wurden. Dazu werden relativ einfache Bewegungsmuster und Techniken vorgestellt, die zu schnellen und effektiven Wirkungen führen. In diesen Kontext gehört auch die Beschäftigung mit der Frage, wie werden in bestimmten Kampfsituationen Angriffe ausgeführt, wie agiert der Angreifer, welche Bewegungen führt er aus, nimmt er eine bestimmte Faust oder einen Fuß, um seinen Angriff auszuführen. Diese typischen Situationen zu erkennen und die folgenden Handlungen vorauszusehen kann wichtig, ja entscheidend für den weiteren Ablauf des Kampfes werden. Deshalb wird im vorliegenden Buch auch ein großes Gewicht auf dieses Thema gelegt und gezeigt, wie eine effektive Reaktion aussehen kann. Natürlich bedarf es auch der Beherrschung von verschiedenen Kampftechniken, um Hand- oder Beinangriffe abzuwehren bzw. um sich Platz und Zeit zu schaffen, um entweder den Handlungsort zu verlassen oder sich in eine bessere Abwehrposition bringen zu können, zum Beispiel indem man aus der Boden- in die Standlage wechseln kann. Dafür geeignete Techniken gehören deshalb natürlich auch zum Repertoire der leicht verständlichen und in Bild und Text dargestellten Budotechniken.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Kampfsportarten Trainingswissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Stuttgart Pietsch Verlag 2013
Seiten:174
Dokumentenarten:Buch
Level:niedrig