Der Wurfstuhl für paralympische Wurf- und Stoßdisziplinen

Einleitung In den paralympischen leichtathletischen Wurf- und Stoßdisziplinen werden individuelle, zumeist eigens zusammengebaute Stühle benutzt, mit denen sitzende Athletinnen und Athleten ihre Wurfgeräte entsprechend der Wettkampfregulierungen stoßen können. Dabei sind die Stühle in den Eigenschaften u.a. Sitzfläche und Sitzhöhe limitiert (World Para Athletics, 2023). Mit dem Ziel ein Mess- und Informationssystem zu entwickeln, mit welchem die optimale und individuelle Sitzposition für Sportler/-innen bestimmt werden kann, entstand ein diagnostischer Parawurfstuhl mit einer dazugehörigen Haltestange, welche die Athletinnen und Athleten zur Unterstützung des Wurfes verwenden können. Ziel ist es, eine maximale sportliche Leistung zu realisieren, indem möglichst wenig Energie beim Stoßen verloren geht. Dabei liegt das Augenmerk auf der Optimierung der Sitzposition sowie der Erfassung wirkender Kräfte, die zur Realisierung einer zweckmäßigen Wurftechnik und dem Erzielen einer maximalen Wurfweite notwendig sind. Methode Der Wurfstuhl sowie die Haltestange wurden modular aus Aluminiumkomponenten aufgebaut. Dabei sind diese und deren Unterbaugruppen frei und separat voneinander montierbar. Somit ist es möglich die Sitzfläche, Rückenlehne, Seitenstütze und Fußstütze optimal an die Bedürfnisse der Athleten/-innen anzupassen und die Wurfposition zu optimieren. Dies wird ermöglicht durch Adaptationselemente wie Stellschrauben, Gleitlager, Schienen und Scharniere wodurch die optimale Sitzposition flexibel ermittelt und eingestellt werden kann. Durch die Implementierung von Kraftsensoren (DMS Basis) am Wurfstuhl und der Haltestange, in Verbindung mit einer entsprechenden Erfassungselektronik und Software, kann die Quantifizierbarkeit der optimalen Sitzposition sowie die Beurteilung der sportlichen Technik realisiert werden. Ergebnisse und Diskussion Durch die Einbindung der sportpraktischen Akteure (Sportler, Trainer und Wissenschaftler) in den Entwicklungsprozess konnte deren Feedback und Anmerkungen zu jedem Entwicklungsschritt unmittelbar berücksichtigt und somit das Grundkonzept zielführend umgesetzt werden. Der diagnostische Parawurfstuhl ermöglicht es nun, unter Einhaltung der Konstruktionsvorgaben des Internationalen Paralympischen Komitees für die Nutzung eines Wurf-stuhls, die individuelle optimale Sitzposition für Sportler/-innen zu ermitteln. Hierfür kommen skalierte Einstellmöglichkeiten einzelner Stuhlkomponenten sowie Kraftsensorik unter der Sitzfläche und an der Haltestange zum Einsatz. Dadurch lässt sich nicht nur eine zweckmäßige Sitzposition ermitteln, sondern auch ein individualisiertes Replikat anfertigen, welches sowohl für das Training als auch für den Wettkampf geeignet ist. Darüber hinaus ermöglicht die Kraftmessung ein Sofortfeedback, welches zur unmittelbaren Technikverbesserung genutzt werden kann.
© Copyright 2024 15. Symposium der dvs-Sektion "Sportinformatik und Sporttechnologie": Zwischen Geistesakrobatik und praktischer Anwendung: Innovationen in der Sportinformatik und Sporttechnologie - Abstractband. Veröffentlicht von Technische Universität Dortmund. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Kraft-Schnellkraft-Sportarten Parasport
Veröffentlicht in:15. Symposium der dvs-Sektion "Sportinformatik und Sporttechnologie": Zwischen Geistesakrobatik und praktischer Anwendung: Innovationen in der Sportinformatik und Sporttechnologie - Abstractband
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Dortmund Technische Universität Dortmund 2024
Online-Zugang:https://cdn0030.qrcodechimp.com/qr/PROD/630cc267b600e61b2d01d875/fm/abstractband_120924.pdf
Seiten:21
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch