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Angewandtes Hypertrophietraining: Überprüfung traditioneller und neuer Ansätze

Einleitung: In vielen Sportarten gilt die Maximalkraft als wichtige Grundlage der Leistungsfähigkeit. Eine Grundlage der Maximalkraft stellt die Muskelmasse dar. Es scheint folglich notwendig durch Krafttraining die Muskelmasse von Athleten zu steigern. Wie ein möglichst effektives Muskelaufbautraining (Hypertrophietraining) gestaltet werden sollte, ist jedoch bis heute nicht vollständig geklärt. Viele in der Praxis verwendete Methoden basieren auf anekdotischer Evidenz statt auf empirischen Belegen. Aus diesem Grund wurden in dieser Arbeit anhand von drei Studien verschiedene Ansätze des Hypertrophietrainings überprüft. Die Methoden und wichtigsten Ergebnisse dieser Studien sollen nachfolgend kurz dargestellt werden. Methoden: Im Rahmen der ersten Studie absolvierten jugendliche American Footballspieler ein 12- wöchiges Krafttraining, mit drei Ganzkörpertrainingseinheiten pro Woche, nach der Blockperiodisierung (BLOCK) oder der Daily Undulating Periodization (DUP). Ziel war es, die Effektivität des jeweiligen Periodisierungsmodells zur Steigerung der Muskelmasse und der sportlichen Leistungsfähigkeit zu untersuchen. Die zweite Studie befasste sich mit den Auswirkungen einer dreiwöchigen Detraining Periode (DTR) auf anthropometrische Größen und der Leistung bei sportmotorischen Tests. Weiterhin absolvierten hoch trainierte männliche Probanden in einer dritten Studie ein sechswöchiges niedrig-intensives Wadentraining ohne (NoBFR) oder mit Blutflussrestriktion. Vor und nach der Intervention wurde das 1-RM Wadenheben, das Wadenvolumen, die Muskeldicke des M. gastrocnemius sowie die Beinsteifigkeit bestimmt. Ergebnisse: Am Ende der ersten Intervention zeigten beide Periodisierungsgruppen signifikante Steigerungen der Muskelmasse und -dicke sowie der sportlichen Leistungsfähigkeit ohne Unterschiede zwischen den Gruppen. Im Anschluss an die DTR stieg die Fettmasse signifikant und die fett-freie Masse war verringert. Alle anderen Messgrößen waren nach der DTR unverändert. Das BFR als auch das NoBFR Training führte zu signifikanten Zunahmen des 1-RM und der Muskeldicke ohne Unterschiede zwischen den Gruppen. Das Wadenvolumen und die Beinsteifigkeit blieben in beiden Gruppen unverändert. Fazit: Bei jugendlichen American Footballspielern scheint die Struktur der Periodisierung keinen Einfluss auf die Anpassungen des Muskelwachstums zu haben. Ebenso zeigt eine DTR von drei Wochen keine negativen Effekte. Beide Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse, die hilfreich bei der Erstellung von Trainingsplänen sowie bei der Planung von trainingsfreien Zeiten sein können. Das derzeit häufig untersuchte BFR Training zeigt in Bezug auf das Muskelwachstum der unteren Extremitäten keine höheren Effekte als ein konventionelles niedrig-intensives Krafttraining. Introduction: In many sports, strength is considered an important basis for performance. One factor affecting strength is muscle mass. Therefore, it may be necessary to increase muscle mass in athletes through resistance training. However, the most effective strategy to gain muscle mass has not yet been clearly identified. Many methods used in practice are based on anecdotal evidence rather than empirical data. For this reason, different approaches to hypertrophy training were examined in this thesis based on three studies. The methods and most important results of these studies are summarized in the following. Methods: In the first study, adolescent American football players completed a 12-week resistance training program with three total-body training sessions per week using either Block Periodization (BLOCK) or Daily Undulating Periodization (DUP). The aim was to investigate the effects of the different periodization strategies on muscle mass and athletic performance. The second study assessed the impact of a three-week detraining period (DTR) on anthropometric measures and sport performance. In a third study, highly trained male subjects completed a six-week low-intensity calf resistance training intervention either without (noBFR) or with blood flow restriction (BFR). Before and after the intervention, 1-RM calf raise, calf volume, muscle thickness of the gastrocnemius, and leg stiffness were recorded. Results: At the end of the first intervention, both periodization groups showed significantly higher muscle mass and thickness, as well as athletic performance without differences between groups. Following DTR, fat mass increased significantly, and fat-free mass was reduced. All other measures were unchanged after DTR. Both BFR and NoBFR training resulted in significant increases in 1-RM and muscle thickness without differences between groups. Calf volume and leg stiffness remained unchanged in both conditions. Conclusions: In adolescent American football players, the structure of periodization does not appear to have any effect on muscle growth. Furthermore, a three weeks DTR does not result in negative effects. Both results provide new insights that can be helpful when creating training programs as well as for planning training-free periods. The currently frequently investigated BFR training does not show higher effects on muscle growth of the lower extremities than conventional low-intensity resistance training.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft Spielsportarten
Tagging:Blutfluss Steifigkeit
Veröffentlicht in:BiSp-Liste Dissertationen
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Köln Deutsche Sporthochschule Köln 2021
Online-Zugang:https://fis.dshs-koeln.de/portal/de/publications/angewandtes-hypertrophietraining(e7b84614-b838-40c1-9807-4829e8e4f17a).html
Seiten:87
Dokumentenarten:Dissertation
Level:hoch