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Krafttraining auf der Basis systemdynamischer Prinzipien

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Transfer des differenziellen Lehren und Lernens nach Schöllhorn (1999) auf den konditionellen Bereich des Krafttrainings und wurde im Jahr 2017 als Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Philosophie angenommen. Im Forschungsstand werden die grundlegenden Aspekte der Fähigkeit Kraft aufgearbeitet. Anschließend wird die klassische Methodik des Krafttrainings wiedergegeben. Auffällig hierbei ist die nur geringe Veränderung und Variation über die Jahre hinweg. Es folgt die Darstellung des systemdynamischen Ansatzes im Allgemeinen und des differenziellen Lernens im Speziellen. Aufgrund der Forschungslage und der Indizien einiger Studien lassen sich die Forschungsfragen nach der möglichen Übertragbarkeit und deren Transfereffekte des differenziellen Ansatzes auf konditionelle Aspekte formulieren. In zwei aufeinander aufbauenden Experimenten werden die Effekte eines differenziellen und herkömmlichen Krafttrainings auf die Entwicklung der Maximalkraft, der dabei auftretenden Muskelschädigung, ihre Auswirkungen auf die Koordination und mögliche Transferleistungen verglichen. Im ersten Experiment werden die Maximalkraft klassisch dynamometrisch bestimmt, die Muskelschädigung interdisziplinär mittels Kreatinkinase diagnostiziert und die Veränderung des individuellen Gangmusters mittels nicht linearer Mustererkennung anhand von Support Vector Machines vorgenommen Das zweite Experiment befasst sich neben den Effekten auf die Maximalkraft zusätzlich mit möglichen Transfereffekten auf die vertikale Sprungkraft sowie die Wurf- und Stoßkraft. Zur detaillierteren Betrachtung der koordinativen Einflüsse werden im Falle der Wurf- und Stoßkraft nicht nur die Gesamtleistung sondern auch die Muskelaktivierung mittels EMG analysiert und im Falle der Sprungkraft zusätzlich die Bodenreaktionskräfte mittels Mustererkennungsverfahren untersucht. Die Ergebnisse beider Studien liefern Hinweise für einen positiven Übertrag des Differenziellen Lernens auf das Krafttraining bezüglich der Maximalkraftleistung. Dabei gelingt dies recht eindrucksvoll für die Verbesserung des 1 RMs. Beide Experimentalgruppen zeigen gleiche Leistungsentwicklungen mit statistisch signifikanten Steigerungen bei hohen Effektstärken. Aufgrund der vorgestellten theoretischen Grundlagen und der Datenlage beider Experimente erscheint ein Krafttraining auf Basis systemdynamischer Prinzipien als überdenkenswert für die Trainingspraxis. In kommenden Studien gilt es dieses Ergebnis noch weiter zu untersuchen und zu verifizieren. Dabei sollte der systemdynamische Ansatz im Allgemeinen und der Ansatz des differenziellen Lernens im Speziellen als Ideengeber für den Nutzen von Schwankungen bzw. Fluktuationen dienen. Der Autor ist Jahrgang 1982, studierte von 2002 bis 2007 Sportwissenschaft und Chemie für das Lehramt am Gymnasium und ab 2004 zusätzliche Sportwissenschaft auf Diplom an der Technischen Universität in Darmstadt. Von 2007 bis 2010 setzte er das Doppelstudium an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz fort.Von 2010 bis 2016 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Trainings- und Bewegungswissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und seit 2016 Lehrkraft für besondere Aufgaben mit dem Schwerpunkten Fachdidaktik Fußball und Fitness- und Gesundheitssport an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Tagging:Mustererkennung
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Hamburg Kovac 2018
Schriftenreihe:Schriften zur Sportwissenschaft, 144
Online-Zugang:https://www.verlagdrkovac.de/978-3-8300-9941-3.htm
Seiten:261
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch