Kurz- und langfristige Trainingseffekte durch mechanische und elektrische Stimulation auf kraftdiagnostische Parameter
Es ist ein wesentliches Ziel des Forschungsprojektes, klassische und moderne Kraftparameter, wie zum Beispiel Maximalkraft, maximale Leistung, Impuls, rate of force development (RFD) und rate of power development (RPD) etc., in ihrer Entwicklung durch mechanische und elektrische Stimulation im Detail zu untersuchen. Die Trainingsstimuli werden dabei durch ein Biofeedbackverfahren mit methodenspezifischer Standardisierung von Einzelwiederholungen intra- und interindividuell kontrolliert, damit sie den Ergebnissen der Kraftdiagnostik explizit zugeordnet werden können. Auf dieser Basis sollen differenzierte Trainingskonzepte für die Praxis offengelegt werden, die eine effektive Trainingsregulation im Krafttraining als wesentliche Grundvoraussetzung für den Leistungssport ermöglicht.
Als Hauptergebnis wird festgestellt, dass sich die Trainingsformen jeweils methodenspezifisch auf die verschiedenen Kraftparameter sowie auf dynamische Fähigkeiten auswirken. Hinsichtlich der Effektivität zeigen sich im Gesamteindruck bei der Hypertrophiegruppe die meisten signifikanten Ergebnisse. Diese äußern sich in verbesserten Werten hinsichtlich Maximalkraft, Impuls und maximaler Leistung.
Bei der Vibrationsgruppe lagen in erster Linie spezifische Anpassungen der Maximalkraft bei der Beinstreckmuskulatur vor (+ 6 %). Bei der Beinbeugemuskulatur hingegen zeigten sich keine signifikanten Veränderungen. Ein direkter Vergleich der vorliegenden Ergebnisse mit Ergebnissen aus der Literatur ist nur eingeschränkt möglich, da in den unterschiedlichen Untersuchungen mit z. T. sehr verschiedenen Trainingsdesigns (Zusatzlast, unterschiedliche Übungsauswahl, Amplitude, Frequenz etc.) gearbeitet wurde. Zudem findet sich keine Studie, in der eine Standardisierung der Bewegungsgeschwindigkeit oder des Bewegungsausmaßes (range of motion) durchgeführt wurde. Die Belastungsnormative der EMS-Gruppe, die für die vorliegende Studie ausgesucht wurden, bieten einen positiven Stimulus für neuromuskuläre Verbesserungen hinsichtlich der Maximalkraft. Das zeigte sich an der signifikanten Adaptation der Beinbeugemuskulatur (+ 9 %). Im Vergleich mit dem klassischen Training sind die Kraftzuwächse aber deutlich geringer. Verschiedene Untersuchungen aus der Literatur kommen ebenfalls zu dem Schluss, dass sich ein klassisches Krafttraining effizienter auf die Fmax auswirkt als ein EMS-Training und stehen damit im Einklang mit den Ergebnissen der vorliegenden Arbeit. Die Elektrostimulationsgruppen zeichnen sich aber insbesondere durch eine Verbesserung der Geschwindigkeit im Langzeiteffekt (Retest: + 21 %) bei dynamischer Kraftdiagnostik aus.
© Copyright 2009 BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2008/09. Veröffentlicht von Bundesinstitut für Sportwissenschaft. Alle Rechte vorbehalten.
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| Notationen: | Biowissenschaften und Sportmedizin Trainingswissenschaft |
| Veröffentlicht in: | BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2008/09 |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Bonn
Bundesinstitut für Sportwissenschaft
2009
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| Online-Zugang: | https://www.bisp-surf.de/Record/PU201008006282/Solr |
| Seiten: | 103-115 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |